New Mexico ermittelt gegen DEA wegen mutmaßlicher Fentanyl-Verstöße und fordert Milliardenentschädigung
Lukas BraunNew Mexico ermittelt gegen DEA wegen mutmaßlicher Fentanyl-Verstöße und fordert Milliardenentschädigung
New Mexico prüft, ob Bundesbehörden durch Dulden von Fentanyl-Lieferungen gegen Landesrecht verstoßen haben
Die Regierung von New Mexico ermittelt, ob Bundesbeamte durch die Genehmigung von Fentanyl-Transporten in Gemeinden landesweite Gesetze gebrochen haben. Gouverneurin Michelle Lujan Grisham kritisierte scharf die Vorgehensweise der US-Drogenbehörde DEA (Drug Enforcement Administration), die möglicherweise gegen Richtlinien des Justizministeriums verstoßen hat. Der Bundesstaat erwägt nun rechtliche Schritte gegen die umstrittene Strategie.
Die DEA hatte Fentanyl gezielt in New Mexico zirkulieren lassen, um im Rahmen umfangreicher Ermittlungen größere Fälle aufzubauen. Doch diese Taktik könnte die öffentliche Sicherheit gefährdet haben. Landesvertreter werfen der Behörde vor, damit interne Vorgaben missachtet zu haben, die eigentlich den Schutz der Bevölkerung sicherstellen sollten.
Der Generalstaatsanwalt von New Mexico hat inzwischen ein strafrechtliches Ermittlungsverfahren eingeleitet. Gouverneurin Lujan Grisham kündigte an, der Bundesstaat könnte im Falle nachgewiesenen Fehlverhaltens Milliardenentschädigungen in zivilrechtlichen Klagen einfordern. Zudem verlangte sie vom Weißen Haus und dem Kongress die Zusicherung, dass diese Praxis eingestellt wurde.
Bürgermeister Tim Keller aus Albuquerque bezeichnete Fentanyl als größte Herausforderung der Stadt. Er brachte den Wirkstoff mit steigender Kriminalität, Obdachlosigkeit und der Überlastung des Gesundheitssystems in Verbindung. Im vergangenen Jahr verzeichnete New Mexico einen Anstieg der Drogentodesfälle um 21 Prozent – während die Zahlen bundesweit um 14 Prozent sanken. Unklar bleibt, ob Todesfälle direkt auf die DEA-Strategie zurückzuführen sind.
Die DEA hat bisher nicht auf Anfragen zu den Äußerungen der Gouverneurin reagiert.
Die Ermittlungen könnten rechtliche Konsequenzen für Bundesbeamte nach sich ziehen. Unterdessen verschärft sich die Überdosis-Krise in New Mexico weiter, wobei Fentanyl eine zentrale Rolle spielt. Der Bundesstaat fordert nun Rechenschaft und politische Reformen, um weitere Schäden zu verhindern.
