Neuer Präsident bringt Stabilität ans Oberverwaltungsgericht Münster
Tim SimonNach Machtkampf um OVG-Spitze: Günther offiziell im Amt - Neuer Präsident bringt Stabilität ans Oberverwaltungsgericht Münster
Carsten Günther hat das Amt des Präsidenten des Oberverwaltungsgerichtes Münster übernommen. Seine Ernennung beendet eine Führungslücke, die sich über mehr als vier Jahre erstreckte. Das Gericht war seit 2021 ohne eine feste Leitung, nachdem Ricarda Brandts in den Ruhestand gegangen war.
Die Vakanz begann mit Brandts' Ausscheiden im Jahr 2021. Ein langwieriger Streit, an dem mehrere Gerichte und eine parlamentarische Anfrage beteiligt waren, verzögerte das Auswahlverfahren. In dieser Zeit führten zwei Vizepräsidenten die Geschäfte des Gerichts und betreuten bedeutende Verfahren, darunter die rechtliche Auseinandersetzung um die Einstufung der Partei Alternative für Deutschland (AfD).
Günthers juristische Laufbahn begann im Jahr 2000 am Verwaltungsgericht Köln. Zwischen 2007 und 2010 arbeitete er als Richter am selben Münsterschen Gericht, dem er nun vorsteht. Zu seinen Stationen zählen zudem das Bundesjustizministerium, die Staatskanzlei Nordrhein-Westfalens sowie das NRW-Justizministerium.
Bevor er an das Bundesverwaltungsgericht nach Leipzig wechselte, war er als Vorsitzender Richter am Verwaltungsgericht Düsseldorf tätig. Offiziell übernahm er im August 2023 die Leitung des Münsterschen Gerichts und bringt damit Stabilität nach Jahren der Unsicherheit.
Mit dem Amtsantritt des neuen Präsidenten ist ein langjähriges Führungsproblem des Gerichts gelöst. Günthers Erfahrung im Verwaltungsrecht und im öffentlichen Dienst qualifizieren ihn dafür, die Institution durch aktuelle und künftige rechtliche Herausforderungen zu führen. Seine Amtszeit markiert das Ende einer Übergangsphase, die sich auf interimistische Führungsstrukturen stützte.






