Neuer Hebammenvertrag in Schleswig-Holstein führt zu Einkommensverlusten und Bürokratie
Marie SchulzOpposition fordert bessere Bedingungen für Hebammen - Neuer Hebammenvertrag in Schleswig-Holstein führt zu Einkommensverlusten und Bürokratie
Ein neuer Hebammenvertrag, der die Arbeitsbedingungen verbessern und die Einkommen stabilisieren sollte, hat stattdessen zu finanziellen Verlusten und mehr Bürokratie geführt. Die Oppositionsparteien im Schleswig-Holsteinischen Landtag fordern nun Nachbesserungen und warnen vor schweren Folgen für den Berufsstand.
Die Kritik am Vertrag hat seit seiner Einführung zugenommen. Der ehemalige Gesundheitsminister Heiner Garg (FDP) wies darauf hin, dass freiberufliche Klinikhebammen mit Einkommenseinbußen von mindestens 20 Prozent konfrontiert sind. Gleichzeitig betonte er die unverzichtbare Rolle der Hebammen bei der Begleitung von Familien vor, während und nach der Geburt.
Anke Bertram, Vorsitzende des Hebammenverbandes Schleswig-Holstein, forderte eine grundlegende Neubewertung der geburtshilflichen Versorgung. Sie argumentierte, dass das aktuelle System die wahre Bedeutung der Hebammenarbeit nicht ausreichend anerkenne. Der Deutsche Hebammenverband bestätigte, dass viele Leistungen mittlerweile entweder unterbezahlt oder ganz aus dem Vertrag ausgeschlossen seien. Der fraktionslose SSW-Landesvorsitzende Christian Dirschauer räumte ein, dass der Vertrag die Bedingungen verschlechtert statt verbessert habe. Auch die gesundheitspolitische Sprecherin der SPD, Birte Pauls, teilte diese Bedenken und erklärte, Hebammen müssten fair entlohnt werden, um weiteren Personalmangel zu verhindern.
FDP, SPD und SSW drängen die Landesregierung nun zu Neuverhandlungen. Sie fordern bessere Konditionen, damit Hebammen ihre unverzichtbare Arbeit ohne finanzielle Not fortsetzen können.
Die Forderungen der Opposition nach einer Reform kommen zu einem Zeitpunkt, an dem Hebammen zunehmend unzufrieden mit den Auswirkungen des Vertrags sind. Ohne Änderungen droht dem Land der Verlust weiterer Fachkräfte in einem ohnehin schon stark belasteten Bereich. Die Regierung steht nun unter Druck, diese Probleme zu lösen, bevor sich die Lage weiter verschärft.