Neue Wärmereform: Klimaziele werden jetzt an Energieversorger delegiert

Tim Simon
Tim Simon
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Eine Liniengrafik, die die Stromerzeugung aus Wind- und Solarenergie in Deutschland zeigt, mit begleitendem Text.Tim Simon

Bundesregierung einigt sich auf Reform des Heizungsgesetzes - Neue Wärmereform: Klimaziele werden jetzt an Energieversorger delegiert

Die neue deutsche Koalitionsregierung hat nach monatelangen Verhandlungen eine Einigung über die Reform des Gebäudewärmegesetzes erzielt. Die schwarz-rote Allianz ersetzt damit die strengen Vorgaben der Vorgängerregierung für erneuerbare Energien durch einen schrittweisen Ansatz – und verlagert die Verantwortung von Hausbesitzern auf die Energielieferanten.

Das ursprüngliche Gesetz, das von der Ampel-Koalition ausgearbeitet worden war, sah vor, dass alle neuen oder auszutauschenden Heizungsanlagen sofort mindestens 65 Prozent erneuerbare Energien nutzen müssen. Diese direkte Vorgabe wurde nun gestrichen. Stattdessen müssen Energieversorger künftig schrittweise steigende Quoten für grüne Energie erfüllen, was Haushalten mehr Flexibilität bei der Wahl der Heiztechnologie ermöglicht.

Die Verhandlungen zwischen Union und SPD waren monatelang ins Stocken geraten, wobei die Streitpunkte sich vor allem um Paragraf 71 des Gesetzesentwurfs drehten. Beide Parteien hatten zwar in ihrem Koalitionsvertrag eine umfassende Überarbeitung der Wärmeregulierung vereinbart, doch Uneinigkeiten verzögerten die Umsetzung.

Die nun gefundene Lösung sieht großzügige Übergangsregelungen vor, die an die lokale Wärmeplanung geknüpft sind: In städtischen Gebieten müssen die neuen Vorgaben bis Mitte 2026 umgesetzt werden, andere Regionen haben bis Mitte 2028 Zeit. Damit wird der ursprüngliche Zeitplan gestreckt und der Druck auf einzelne Eigentümer verringert.

Die Reform verlagert die Verantwortung für die Erreichung der Klimaziele im Wärmesektor von den Hausbesitzern auf die Versorger. Die Quoten für grüne Energie steigen nun schrittweise an, und die Fristen für die Umsetzung hängen von der kommunalen Planung ab. Die Änderungen sollen den Übergang erleichtern, ohne die langfristigen Klimaziele aus den Augen zu verlieren.

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