Migrationsstreit spaltet CDU und CSU: Merz attackiert Weber wegen Rechtspopulisten-Deals
Tim SimonMigrationsstreit spaltet CDU und CSU: Merz attackiert Weber wegen Rechtspopulisten-Deals
In Deutschland ist ein politischer Sturm über die Migrationspolitik und die Zusammenarbeit mit rechtsextremen Kräften im Europäischen Parlament entbrannt. Die jüngsten Wahlerfolge der AfD in Bayern und Hessen haben die Debatten weiter angeheizt. Gleichzeitig liegt CDU-Chef Friedrich Merz im Clinch mit CSU-Politiker Manfred Weber, dem er vorwirft, die Abstimmung mit rechtspopulistischen Gruppen nicht verhindert zu haben.
Auslöser des Streits war die Blockade eines Rückführungspakets im Rechtsausschuss der EU am 18. März 2026. Weber verurteilte linke Abgeordnete scharf, weil diese sich in geheimen Chatabstimmungen mit rechtsextremen Parteien wie Identität und Demokratie (ID) und den Europäischen Konservativen und Reformern (ECR) verbündet hätten. Er forderte die politische Isolation der Beteiligten.
Der Konflikt eskalierte, nachdem EVP-Politiker um Weber linke Europaabgeordnete kritisiert hatten, weil diese mit Rechtspopulisten gemeinsam gegen verschärfte Asylregeln stimmten. Merz jedoch griff nun Weber an, verlangte ein Ende dessen Vorgehens und drohte mit Konsequenzen. Diese Kehrtwende überraschte viele, hatte sich Merz doch bisher als scharfer Kritiker linker Politik positioniert.
Gleichzeitig drohte die SPD, EU-Resolutionen zur Migration zu verzögern oder abzuschwächen, und warf der Union vor, sich dem Druck von links zu beugen. Beobachter verweisen auf die wachsende Annäherung zwischen Merz' CDU und dem etablierten Mitte-links-Lager – eine Haltung, die er einst ablehnte. Sein jüngster Tribut an Angela Merkel auf einem Parteitag unterstrich diesen Wandel.
Der schwedische Demokrat Charlie Weimers schürte die Kritik weiter und argumentierte, Europa dürfe sich nicht länger von Deutschlands "Brandmauer" gegen rechtsextreme Zusammenarbeit einengen lassen. Die Ablehnung der Rückführungsmaßnahmen gilt als Zeichen für Risse in dieser Strategie. Angesichts der wachsenden Unterstützung für die AfD in Landeswahlen wirkt die politische Landschaft zunehmend instabil.
Die Auseinandersetzung offenbart tiefe Gräben im CDU-CSU-Bündnis. Merz' Angriff auf Weber, eine Schlüsselfigur der EVP, zeigt die Spannungen bei der Bewältigung von Migration und rechtem Einfluss. Das Ergebnis könnte Deutschlands Haltung in der EU-Politik und der Innenpolitik neu definieren.
Der Streit lässt die Migrationspolitik in der Schwebe und wirft Fragen über den Kurs der CDU unter Merz auf. Wenn die Unionsführung weiter von links und rechts unter Druck gerät, könnte das mühsam errungene EU-Asylabkommen scheitern. Die Wahlerfolge der AfD und der Widerstand der SPD deuten auf weitere Konflikte hin.






