Metas heimliche Mitarbeiterüberwachung sorgt für Empörung und Datenschutzdebatten
Tim SimonMetas heimliche Mitarbeiterüberwachung sorgt für Empörung und Datenschutzdebatten
Das interne Überwachungstool Model Capability Initiative (MCI) von Meta sorgt bei Beschäftigten für Unmut. Das Programm zeichnet umfangreiche Nutzerdaten von US-Angestellten auf – von E-Mails und Nachrichten bis hin zu Mausbewegungen und Tastatureingaben. Kritiker monieren, die Datensammlung gehe zu weit und werfe Fragen zur Privatsphäre sowie zur Rechtmäßigkeit auf. Meta führte MCI im April 2023 ein, um KI-Agenten zu trainieren. Damals kündigte das Unternehmen an, neben E-Mails und Direktnachrichten auch Tastatureingaben, Mausklicks und Auswahlmöglichkeiten in Dropdown-Menüs von US-Mitarbeitenden zu erfassen. Selbst Nachrichten von Kollegen außerhalb der USA werden erfasst, sofern sie an US-Beschäftigte adressiert sind. Dave Arnold, ein Sprecher des Konzerns, bestätigte, dass die Software ausschließlich auf den Rechnern der US-Belegschaft installiert sei.
Gleichzeitig wies Meta die Vorwürfe als ‚grundlegend falsch‘ zurück. Dennoch äußerten sich einige Mitarbeitende besorgt über den Umfang der Überwachung. Ein Rechtsexperte erklärte gegenüber Reuters, die Praxis könnte selbst bei Beschränkung auf US-Angestellte gegen die EU-Datenschutzgrundverordnung (DSGVO) verstoßen.
Die Einführung von MCI fiel mit einer größeren Umstrukturierung zusammen: Im April 2023 entließ Meta 8.000 Beschäftigte. Als Begründung nannte das Unternehmen die Fokussierung auf Investitionen in künstliche Intelligenz. Die Kontroverse um MCI zeigt die Spannung zwischen technologischem Fortschritt und Datenschutz. Während Meta die Überwachung als Teil seiner KI-Offensive rechtfertigt, bleiben rechtliche und ethische Bedenken bestehen. Ob die Praxis langfristig Bestand haben wird, hängt auch von möglichen regulatorischen Prüfungen ab.
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