Massenprotest in Bellinzona gegen SRG-Initiative "200 Franken reichen"
Marie SchulzMassenprotest in Bellinzona gegen SRG-Initiative "200 Franken reichen"
Tausende versammelten sich am 8. März in Bellinzona, um gegen die Initiative „200 Franken reichen“ zu protestieren. Die Vorlage zielt darauf ab, die Finanzierung der SRG, des schweizerischen öffentlich-rechtlichen Rundfunks, zu halbieren. Kritiker warnen, dass davon vor allem die Radiotelevisione svizzera (RSI) betroffen wäre, da die Region in besonderem Maße auf deren Angebote angewiesen ist. Eine Studie der BAK Economics zeigt, dass die wirtschaftliche Bedeutung der SRG im Tessin viermal höher ist als im Landesdurchschnitt – ein wichtiger Faktor für den Erhalt der italienischen Sprache und der lokalen Kultur.
Derzeit beschäftigt die RSI 1.124 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wobei 18 Prozent der Arbeitsplätze in der italienischsprachigen Schweiz angesiedelt sind. Befürworter der Initiative argumentieren, dass Kostensenkungen die finanzielle Belastung für Haushalte und Unternehmen verringern würden. Gegner wie Marco Chiesa von der SVP erkennen zwar Einsparbedarf an, bestehen jedoch darauf, dass die SRG sich auf ihren Kernauftrag konzentrieren müsse.
An der Kundgebung beteiligten sich Sport-, Kultur- und Sozialverbände. Ihre Botschaft war eindeutig: Eine Kürzung der Mittel könnte die Region isolieren und ihre Medienpräsenz schwächen. Der Protest unterstrich die tiefgreifenden Bedenken gegenüber den möglichen Folgen der Initiative für das Tessin. Sollte sie angenommen werden, würden die Finanzkürzungen den öffentlich-rechtlichen Rundfunk in der Region grundlegend verändern. Bis zu einer allfälligen Abstimmung bleibt die Debatte jedoch weiter offen – beide Seiten werben weiterhin für ihre Positionen.






