Markus W. erhält nach Ofarim-Skandal breite Solidarität – doch 20.000 Euro fehlen noch
Tim SimonHotelangestellter Markus W. bekommt Spenden für seine Leiden - Markus W. erhält nach Ofarim-Skandal breite Solidarität – doch 20.000 Euro fehlen noch
Markus W., der Hotelmitarbeiter, der 2021 fälschlich vom Sänger Gil Ofarim des Antisemitismus beschuldigt worden war, erhält nach seinen jüngsten Interviews, in denen er sein Schweigen brach, breite öffentliche Unterstützung. Eine von einer Social-Media-Influencerin gestartete Crowdfunding-Kampagne sammelt Spenden für ihn, während Ofarim – der durch seinen Sieg bei Ich bin ein Star – Holt mich hier raus! 400.000 Euro verdiente – die vereinbarten 20.000 Euro Entschädigung bis heute nicht gezahlt hat.
Der Streit begann im Oktober 2021, als Ofarim Markus W. vorwarf, ihm aus antisemitischen Gründen den Zutritt zum Leipziger Westin-Hotel verweigert zu haben. Ein Gericht entschied später zugunsten von Markus W., woraufhin Ofarim sich 2023 öffentlich entschuldigte, sein anklagendes Video löschte und 30.000 Euro zahlte. Trotz eines außergerichtlichen Vergleichs, der eine zusätzliche Zahlung von 20.000 Euro vorsah, wartet Markus W. weiterhin auf das Geld.
2024 brach Markus W. in Interviews sein Schweigen und kritisierte, dass Ofarim sich weiterhin als Opfer darstelle. Die öffentliche Meinung schlug sich daraufhin deutlich auf seine Seite – Medien und Social-Media-Plattformen solidarisierten sich mit ihm. Eine von einer Influencerin organisierte Crowdfunding-Aktion sammelt seitdem Spenden für Markus W., der plant, die Gelder zwischen persönlicher Familienzeit, der Organisation HateAid – die sich gegen Hass im Netz engagiert – und dem Leipziger Verein Minilöwen, der Frühchen unterstützt, aufzuteilen.
Ofarims Anwalt erklärte, die ausstehenden 20.000 Euro würden gezahlt, sobald der Sänger über flüssige Mittel verfüge. Die Influencerin wiederum versprach volle Transparenz und kündigte an, die Übergabe des gespendeten Geldes nach Ende der Kampagne zu dokumentieren.
Markus W. sieht sich nun mit einem ganz anderen öffentlichen Bild konfrontiert – nicht länger als Schuldiger, sondern als Symbol für Widerstandsfähigkeit. Die Spenden kommen sowohl seiner Familie als auch zwei gemeinnützigen Organisationen zugute, während Ofarims überfällige Zahlung weiterhin aussteht. Der Fall zeigt nach wie vor, welche Folgen falsche Anschuldigungen haben können – und welche Rolle öffentliche Solidarität bei der Aufarbeitung spielt.






