10 May 2026, 23:00

Maharashtra eskaliert jahrzehntealten Landstreit vor den Obersten Gerichtshof

Black and white drawing of a courtroom with seated individuals and standing figures in the background, labeled "Court of Appeal" at the bottom.

Maharashtra eskaliert jahrzehntealten Landstreit vor den Obersten Gerichtshof

Die Regierung von Maharashtra will den jahrzehntealten Rechtsstreit um 254,88 Hektar umstrittenes Land in Mira-Bhayander vor den Obersten Gerichtshof bringen. Im Mittelpunkt steht ein Urteil des High Court von Bombay, das das Grundstück zwei privaten Bauunternehmen zusprach – obwohl die Landesregierung das Land als staatliches Eigentum beansprucht.

Der Konflikt reicht bis ins Jahr 1948 zurück und betrifft mutmaßlich manipulierte Steuerunterlagen sowie eine umstrittene Entscheidung aus dem Jahr 2002, die nun vor höchster Instanz geklärt werden soll. Das umstrittene Gelände wurde 1958 offiziell im Salt Department der Zentralregierung verzeichnet, da es zunehmend für Salinen genutzt wurde. Doch bereits 2002 verfügte der damalige Bezirksverwalter von Thane, das gesamte Areal in staatliches Eigentum zu überführen. Diese Anordnung fochten die beiden Entwicklungsfirmen The Estate Investment und Mira Real Estate Developers 2019 vor dem High Court von Bombay an.

Am 30. April 2026 entschied das Gericht zugunsten der Unternehmen und übertrug ihnen die Kontrolle über das Land. Die Landesregierung wirft den Firmen jedoch vor, durch Manipulation von Unterlagen versucht zu haben, öffentliches Land an sich zu bringen. Finanzminister Chandrashekhar Bawankule betonte, das Grundstück gehöre 'zweifelsfrei' dem Staat. Um das Urteil des High Courts zu kippen, wird die Regierung nun eine Special Leave Petition (SLP) beim Obersten Gerichtshof einreichen.

Die Entscheidung des höchsten indischen Gerichts wird nun darüber bestimmen, ob das Land bei den Bauunternehmen bleibt oder an die Regierung zurückfällt. Die Landesregierung sucht eine Intervention, um die umstrittene Übertragung rückgängig zu machen – und verweist dabei auf angeblich ohne staatliche Genehmigung veränderte Dokumente, die bis in die 1940er-Jahre zurückreichen. Der Fall zeigt, wie komplex und langwierig Landkonflikte in Indien sein können, wenn historische Eigentumsansprüche auf moderne Rechtsstreitigkeiten treffen. Sollte der Oberste Gerichtshof die Position der Regierung stützen, könnte dies weitreichende Folgen für ähnliche Fälle haben – nicht nur in Maharashtra, sondern bundesweit. Eine endgültige Entscheidung steht noch aus.

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