07 June 2026, 08:13

Lissabons Pride-Marsch 2025: Zwischen Feier und politischem Widerstand

"Kein Schweigen, keine Angst": Etwa 50.000 Menschen marschieren in Lissabon für LGBTI-Rechte"

Lissabons Pride-Marsch 2025: Zwischen Feier und politischem Widerstand

Lissabon veranstaltete am Samstag seinen 27. LGBTI+-Pride-Marsch unter dem Motto „Kein Schweigen, keine Angst: Wir existieren und wir wehren uns“

Tausende Menschen folgten dem Aufruf, als der Umzug um 15:00 Uhr vom Marquês-de-Pombal-Platz aus startete. Die Veranstalter warnten vor wachsenden Bedrohungen für die Rechte von LGBTQI+-Personen. Politiker:innen und Aktivist:innen betonten angesichts eines sich wandelnden politischen Klimas die Dringlichkeit von Sichtbarkeit und Engagement.

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An den Märschen 2024 und 2025 nahmen jeweils rund 50.000 Menschen teil, für das kommende Jahr werden noch höhere Zahlen erwartet. Die Demonstration vereinte 17 LGBTI+-, feministische und antirassistische Gruppen – ein Zeichen für die breite Solidarität innerhalb der Bewegungen.

Besondere Sorge bereitet den Organisator:innen die mögliche Abschaffung des Gesetzes 38/2018, das die Selbstbestimmung der Geschlechtsidentität schützt. Helder Bértolo, einer der Koordinator:innen des Marsches, bezeichnete diesen Schritt als direkten Angriff auf hart erkämpfte Freiheiten. Gleichzeitig warnte das Pride-Marsch-Organisationskomitee, dass jüngste politische Verschiebungen Jahrzehnte des Fortschritts für LGBTQI+-Personen und ihre Familien gefährden.

Auch Abgeordnete aus Oppositionsparteien äußerten sich besorgt. Paulo Muacho von der Partei Livre rief zur Teilnahme an Pride-Veranstaltungen auf und verwies auf die zunehmende Feindseligkeit seitens der radikalen Rechten. Joana Mortágua vom Linksblock kritisierte, dass der Marsch vor dem Hintergrund einer Regierungsagenda stattfinde, die Rechte zurücknehme und konservative Politik fördere.

Der Pride-Marsch 2025 stand somit zwischen Feier und Widerstand angesichts wachsender Herausforderungen. Während rechtliche Schutzmechanismen in Frage gestellt werden und die Teilnehmer:innenzahlen jährlich steigen, bekräftigten Veranstalter:innen und Teilnehmende ihr Bekenntnis zum Widerstand. Die Botschaft des Events war eindeutig: Sichtbarkeit und kollektives Handeln bleiben entscheidend, um die Rechte von LGBTQI+-Personen zu verteidigen.

Quelle