Kushners Luxusresort bedroht Albaniens ersten Wildfluss-Nationalpark Vjosa-Narta
Tim SimonKushners Luxusresort bedroht Albaniens ersten Wildfluss-Nationalpark Vjosa-Narta
Albaniens Vjosa-Narta-Delta – Europas erster Wildfluss-Nationalpark – steht vor einem umstrittenen Bauprojekt
Die Firma von Jared Kushner plant auf der geschützten Insel ein Milliardenprojekt mit Luxusresorts, das Proteste und Umweltbedenken auslöst. Das Gebiet ist ein lebenswichtiger Lebensraum für Flamingos, Pelikane und Schildkrötenbrutstätten.
Die albanische Regierung verlieh Kushners Unternehmen den Status eines „strategischen Investors“, wodurch es Umweltprüfungen umgehen kann. Die Entscheidung von Ministerpräsident Edi Rama stößt auf Kritik, da sie wirtschaftliche Interessen über den Naturschutz zu stellen scheint. Kurz nach Baubeginn kam es zu lokalen Protesten, bei denen Demonstranten mit rosafarbenen Flamingo-Schnitten gegen das Vorhaben demonstrierten.
Ramas Nähe zum Trump-Netanyahu-Bündnis wirft zudem Fragen zur albanischen Außenpolitik auf. Seine Unterstützung für die iranische Exilgruppe Muǧāhidīn-e Chalq (MEK) sowie Vorwürfe gegen den Iran, Proteste zu schüren, verschärfen die Kontroverse. Kushners Investmentfirma Affinity Partners zielt darauf ab, die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Israel und arabischen Staaten zu stärken.
Die EU äußert seit Langem Bedenken wegen Korruption und schwacher Rechtsstaatlichkeit in Albanien, das 2014 den Kandidatenstatus erhielt. Brüssel könnte nun mehr Transparenz fordern und Beitrittshilfen an Anti-Korruptionsmaßnahmen knüpfen, um die albanische Regierung in die Pflicht zu nehmen.
Das Resort-Projekt gefährdet ein empfindliches Ökosystem und stellt Albaniens Verpflichtung zu EU-Standards auf die Probe. Trotz Umwelt- und politischer Widerstände schreitet Kushners Vorhaben voran. Die Reaktion der EU könnte Albaniens Weg in Richtung Integration und Rechenschaftspflicht prägen.






