Künstler entlarvt: Wie russische Schulen NS-Propaganda unkritisch übernehmen
Marie SchulzKünstler entlarvt: Wie russische Schulen NS-Propaganda unkritisch übernehmen
Belarussischer Künstler deckt mit Streich auf, wie russische Schulen auf extremistische Propaganda reagieren
Eine Aktion des belarussischen Künstlers Uladzislau Bohan hat offenbart, wie anfällig russische Schulen für extremistische Propaganda sind. Getarnt als Funktionär der Partei Einiges Russland schickte er Lehrkräften eine Präsentation voller nationalsozialistischer Rhetorik. Die Unterlagen verherrlichten einen "Kult der Stärke" und diffamierten fremde Kulturen als minderwertig.
Bohans Täuschung richtete sich an 22 Schulen in der russischen Region Krasnodar. Als angeblicher Parteivertreter verbreitete er Folien, die an NS-Propaganda erinnerten. Die Präsentation behauptete, nur Stärke könne eine dauerhafte Nation schaffen, und verurteilte "Entartung" sowie die Achtung anderer Kulturen.
Die Lehrkräfte nahmen die Materialien ernst. Sie veranstalteten Videokonferenzen und Sitzungen, um die Inhalte zu besprechen. Viele übernahmen die Thesen kritiklos – ein Verhalten, das Bohan später als System beschrieb, das darauf trainiert sei, Befehle blind zu befolgen.
Nach der Aktion erhielt Bohan 22 ausführliche Berichte der beteiligten Schulen. Die Rückmeldungen bestätigten, dass sie sich mit den extremistischen Botschaften auseinandergesetzt hatten.
Der Streich zeigte, wie leicht sich extremistisches Gedankengut in bestimmten Bildungseinrichtungen verbreiten kann. Die Schulen folgten den Anweisungen ohne Prüfung – ein alarmierendes Zeichen für mangelnde kritische Reflexion im System. Bohans Projekt "Triumph des Mottenfalters" unterstrich die Gefahren unkontrollierter Autorität in Lehrumgebungen.






