09 June 2026, 06:11

Kritik an Kürzungsplänen für Krankenkassen trotz Sozialhilfe-Erhöhungen

Bundesrechnungshof: Klingbeils Haushaltsentwurf schadet der gesetzlichen Krankenversicherung

Kritik an Kürzungsplänen für Krankenkassen trotz Sozialhilfe-Erhöhungen

Ein neuer Bericht kritisiert Pläne, Bundeszuschüsse für die gesetzlichen Krankenkassen zu kürzen, während gleichzeitig die Leistungen für Sozialhilfeempfänger erhöht werden sollen. Das Bundesrechnungshof argumentiert, dass die Änderungen die finanziellen Auswirkungen nicht ausgleichen. Die Ergebnisse wurden erstmals vom Tagesspiegel am 8. Juni veröffentlicht.

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) beabsichtigt, die jährlichen Bundeszuschüsse für die Krankenversicherung von 14,5 Milliarden Euro auf 12,5 Milliarden Euro ab 2027 zu reduzieren. Bis 2031 würde dies zu einer Gesamtkürzung von 4,75 Milliarden Euro führen. Die Maßnahme ist Teil der Sparmaßnahmen von Gesundheitsminister Warken, die auf Druck des Finanzministeriums vorangetrieben werden.

Gleichzeitig erhalten die Krankenkassen bis 2031 jährlich zusätzliche 2 Milliarden Euro, um nicht versicherungsbasierte Leistungen zu finanzieren. Dazu gehören die beitragsfreie Mitversicherung von Kindern und weitere Angebote für Sozialhilfeempfänger. Der Bundesrechnungshof hält die zusätzlichen Mittel jedoch für unzureichend, um die Kürzungen der Zuschüsse auszugleichen.

Der Bericht wurde vom Rechnungshofmitglied Oliver Sievers in Auftrag gegeben. Ansgar Heveling (CDU), der derzeit den Bundesrechnungshof leitet, überwachte dessen Veröffentlichung.

Die geplanten Änderungen würden die Bundesmittel für die Krankenkassen ab 2027 um jährlich 2 Milliarden Euro verringern. Zwar erhalten die Kassen zusätzliche Gelder für sozialhilfebezogene Leistungen, doch die Prüfer halten den Ausgleich für ungenügend. Die Debatte dreht sich nun darum, ob die Anpassungen das System unterfinanzieren werden.

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