05 February 2026, 20:22

Kretschmanns Abschied: 46 Jahre Politik und ein Appell für den Landtag

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Nach 46 Jahren: Kretschmann hält letzte Rede im Landtag - Kretschmanns Abschied: 46 Jahre Politik und ein Appell für den Landtag

Winfried Kretschmann, Baden-Württembergs dienstältester Ministerpräsident, hat nach 46 Jahren im Amt seine letzte Rede vor dem Landtag gehalten. Der 77-Jährige erhielt stehende Ovationen, als er auf seine jahrzehntelange Arbeit zurückblickte und sie als "die Hälfte meines Lebens" und eine tiefe Ehre bezeichnete. In seinen Worten kam auch die Sorge um die sich wandelnde Rolle der Landesparlamente im politischen System Deutschlands zum Ausdruck.

Kretschmann zog 1980 erstmals in den Landtag ein und ist seit 1996 durchgehend Mitglied. Seit seiner Wahl zum Ministerpräsidenten im Jahr 2011 hält er den Rekord für die längste Amtszeit in der Geschichte Baden-Württembergs. In seiner Abschiedsrede betonte er, der Landtag müsse ein lebendiger Ort der öffentlichen Debatte bleiben – und nicht nur eine Bühne für routinemäßige Abläufe sein.

Er warnte, dass der Einfluss der Landesparlamente zunehmend durch den Föderalismus und die Zentralisierung auf Europa-Ebene bedroht werde. Zwar ermöglicht der Bundesrat den Landesregierungen, Bundesgesetze mitzugestalten – insbesondere bei zustimmungspflichtigen Vorlagen –, doch berührt dies nicht direkt die eigenständige Gesetzgebungskompetenz der Landtage. Diese bleibt unabhängig, auch wenn sich die politischen Mehrheiten im Bundesrat mit den Landeswahlperioden verschieben.

Kretschmann rief die Bürgerinnen und Bürger dazu auf, die Bedeutung des Landtags anzuerkennen, da dessen Entscheidungen den Alltag unmittelbar prägen. Seine Rede unterstrich die Notwendigkeit einer stärkeren öffentlichen Auseinandersetzung mit der Landespolitik.

Mit Kretschmanns Abschied endet eine Ära für die baden-württembergische Regierung. Seine letzte Ansprache lenkte den Blick auf die anhaltende Bedeutung des Landtags – trotz der Herausforderungen durch Bund und EU. Der Applaus, den er erhielt, galt nicht nur seiner langen Dienstzeit, sondern auch der fortwährenden Debatte über die Souveränität der Länder in Deutschland.