Klimaproteste im Ruhrgebiet eskalieren gegen fossile Gasprojekte und Rüstungsindustrie
Lukas BraunKlimaproteste im Ruhrgebiet eskalieren gegen fossile Gasprojekte und Rüstungsindustrie
Klimaschutzaktivist:innen haben eine Protestwelle im Ruhrgebiet gegen den Ausbau fossiler Gasinfrastrukturen gestartet. Die am Freitag durchgeführten Kundgebungen wurden von dem antikapitalistischen Bündnis Ende Gelände organisiert und richteten sich gegen zentrale Industrieanlagen. Trotz polizeilicher und gerichtlicher Interventionen kündigten die Veranstalter:innen an, ihre Aktionen unabhängig von rechtlichen Rückschlägen fortzusetzen.
Bereits in den frühen Morgenstunden beteiligten sich rund 1.500 Demonstrant:innen an koordinierten Protesten in der gesamten Region. In Gelsenkirchen blockierten Aktivist:innen das Kraftwerk Scholven, wo Betreiber den Bau einer weiteren Gaseinheit planen. Einige Protestierende installierten sogar Solarpaneele auf dem Geländes des Kraftwerks, um auf erneuerbare Alternativen zu drängen.
Unterdessen zog in Hamm eine Gruppe mit einem Transparent in Richtung Hauptbahnhof, auf dem die Enteignung von Energiekonzernen gefordert wurde. Andere störten in Mülheim an der Ruhr den Betrieb bei Europipe, dem größten Pipeline-Hersteller Europas, indem sie Gleisanlagen des Werks besetzten.
Eine weitere Aktion richtete sich gegen die Gießerei Friedrich Wilhelms Hütte, die zum Rüstungskonzern KNDS gehört und an der die Bundesregierung eine Beteiligung anstrebt. Hier unterbrachen Aktivist:innen den Schichtwechsel und verstärkten so die Tagesproteste.
Parallel dazu kam es zu juristischen Auseinandersetzungen: Das Verwaltungsgericht Gelsenkirchen bestätigte ein polizeiliches Verbot einer geplanten Demonstration am Kraftwerk Gersteinwerk mit Verweis auf mögliche zivilen Ungehorsam. Die Veranstalter:innen legten umgehend Berufung ein und erwarten bis Freitagabend eine Entscheidung. Trotz des Verbots beharren sie darauf, die Kundgebung wie geplant durchzuführen.
Die Proteste sollen am Samstag noch an Fahrt aufnehmen, wenn Tausende zu einer Großdemonstration erwartet werden. Unterstützt wird die Veranstaltung von Greenpeace, dem BUND, Fridays for Future und Campact sowie lokalen Klimagruppen.
Bereits am Freitag beteiligten sich 1.500 Menschen an den Aktionen – für die Samstagsdemonstration wird mit noch größeren Teilnehmer:innenzahlen gerechnet. Die Organisator:innen zeigen sich trotz rechtlicher Einschränkungen und polizeilicher Gegenwehr entschlossen, ihre Pläne umzusetzen.






