Klimaforscher Edenhofer fordert Stopp der Spritsubventionen – und warnt vor falschen Lösungen
Clara FrankeKlimaforscher Edenhofer fordert Stopp der Spritsubventionen – und warnt vor falschen Lösungen
Ottmar Edenhofer, Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung (PIK), hat die jüngsten Spritsubventionen als falsche Antwort auf die steigenden Energiepreise kritisiert. Stattdessen fordert er, dass die Politik den Fokus auf die Verringerung des Öl- und Gasverbrauchs legen sollte, um die Energiesicherheit Europas zu stärken.
Edenhofer warnt, dass die Subventionen die Nachfrage nur weiter anheizen und damit zu noch höheren Preisen führen würden. Davon profitierten vor allem ausländische Exporteure – nicht aber die europäischen Verbraucher. Seine Position steht im Kontrast zu früheren Regierungsreaktionen, die bei Ölpreisschüben oft auf Energiesparen setzten.
Anstelle pauschaler Subventionen schlägt er gezielte Einkommenshilfen für einkommensschwache Haushalte vor. Dies würde die am stärksten Betroffenen entlasten, ohne künstlich die Nachfrage anzukurbeln.
Langfristig betont Edenhofer, dass Europa seine Abhängigkeit von importiertem Öl und Gas verringern müsse. Durch eine Drosselung der Nachfrage könnte der Kontinent mehr Einfluss auf die globalen Preise gewinnen – eine Maßnahme, die er als kluges Klimaschutzinstrument und kluge Geopolitik zugleich bezeichnet.
Die Empfehlungen des Ökonomen konzentrieren sich auf zwei zentrale Schritte: den schrittweisen Abbau der Spritsubventionen und die Einführung direkter Hilfen für einkommensschwache Gruppen. Sein Argument zielt auf langfristige Energieunabhängigkeit ab, nicht auf kurzfristige Lösungen. Das Ziel, so Edenhofer, sei eine Stabilisierung der Preise bei gleichzeitiger Verringerung der europäischen Abhängigkeit von ausländischen Energiequellen.






