Kirchen als kühle Rückzugsorte: Warum viele Türen in Berlin verschlossen bleiben
Clara FrankeKirchen als kühle Rückzugsorte: Warum viele Türen in Berlin verschlossen bleiben
Kirchen in Berlin und Brandenburg werden aufgefordert, ihre Türen als kühle Rückzugsorte während Hitzeperioden zu öffnen. Die katholische und die evangelische Kirche haben ihre Gemeinden dazu aufgerufen, geeignete Räumlichkeiten für die öffentliche Erholung bereitzustellen. Sakralbauten bleiben oft auf natürliche Weise kühl – ohne Klimaanlagen – und eignen sich daher ideal für diesen Zweck.
Viele Kirchen in der Region sind jedoch aus Angst vor Diebstahl und Vandalismus verschlossen. Einige, wie die Apostel-Paulus-Kirche in Schöneberg, öffnen dank ehrenamtlicher Helfer ganzjährig täglich ihre Türen. Auch die Marienkirche bleibt durch regelmäßigen Touristenandrang und einen hauptamtlichen Küster jeden Tag zugänglich.
Die Lutherkirche in Spandau könnte ebenfalls Kühlung bieten, sieht sich aber mit Vandalismus konfrontiert, sobald sie entsperrt wird. Die Wichernkirche in Spandau ist zwar geöffnet, verzeichnet bisher jedoch keinen Anstieg an Besuchern, die Schutz vor der Hitze suchen. Aktuell sind nur 13 evangelische Kirchen in Berlin an Werktagen durchgehend für dieses Angebot geöffnet.
Die Opposition kritisiert den Senat dafür, zu wenige kühle Rückzugsorte zur Verfügung zu stellen. Finanzielle Mittel, die es Gemeinden ermöglichen würden, ihre Kirchen während Hitzeperioden offen zu halten, sind begrenzt – was die Umsetzung zusätzlich erschwert.
Der Appell, Kirchen als kühle Zufluchtsorte zu nutzen, unterstreicht ihre natürliche Eignung für die Hitzeabwehr. Geringe finanzielle Spielräume und Sicherheitsbedenken bleiben jedoch für viele Gemeinden Hindernisse. Bisher beteiligen sich nur wenige Kirchen an der Initiative.
