20 June 2026, 08:24

Juneteenth: Warum die USA zwei Unabhängigkeitstage feiern

Juneteenth 'ruft uns vorwärts' und mahnt zur Reue für die Sünde des Rassismus, sagen Bischöfe

Juneteenth: Warum die USA zwei Unabhängigkeitstage feiern

Juneteenth – der zweite Unabhängigkeitstag der USA

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Jedes Jahr am 19. Juni wird Juneteenth als zweiter Unabhängigkeitstag der Nation begangen. An diesem Tag jährt sich die Verkündung der Emanzipationsproklamation an versklavte Schwarze in Galveston, Texas, im Jahr 1865. Der Tag gilt als Moment, die gemeinsame Menschlichkeit zu bekräftigen und über den Weg in die Freiheit und zur Einheit nachzudenken.

Die Emanzipationsproklamation war zwar bereits 1863 erlassen worden, doch ihre Durchsetzung dauerte. Erst mit dem 13. Zusatzartikel zur Verfassung wurde die Sklaverei 1865 offiziell abgeschafft. Juneteenth erinnert an jenen verzögerten, aber entscheidenden Augenblick, als die Freiheit auch die letzten Versklavten in Texas erreichte.

Erzbischof Nelson J. Pérez aus Philadelphia bezeichnete den Tag als einen der Feier und der Hoffnung. Gleichzeitig wies er auf die Verzögerung hin, mit der die Prinzipien der Unabhängigkeitserklärung auf afroamerikanische Bürger angewendet wurden. Er räumte ein, dass einige Kleriker des 19. Jahrhunderts die Sklaverei unterstützten und theologische Seminare Bewerber mit dunkler Hautfarbe ausschlossen.

Papst Leo XIV. entschuldigte sich später für die Verstrickung der Kirche in die Sklaverei und die Behandlung versklavter Menschen in den USA. Bischof Daniel E. Garcia aus Austin betonte, der Tag lade dazu ein, über das fortwirkende Erbe des Rassismus nachzudenken. Gemeinsam mit Bischof Roy E. Campbell Jr. rief er Katholiken dazu auf, den Hirtenbrief der US-Bischöfe von 2018, „Open Wide Our Hearts: The Enduring Call to Love“ („Öffnet weit unsere Herzen: Der bleibende Ruf zur Liebe“), zu lesen.

Das Erzbistum Washington beschrieb Juneteenth als eine heilige Gelegenheit, die Würde des Menschen zu wahren und die Bemühungen um rassistische Gerechtigkeit und Frieden zu erneuern.

Juneteenth bleibt ein Tag des Gedenkens und des Handelns. Er fordert die Anerkennung vergangener Ungerechtigkeiten und ein Bekenntnis zur Gleichheit. Religiöse Führer unterstreichen weiterhin seine Bedeutung im anhaltenden Kampf für rassische Einheit.

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