Immer weniger Minijobber schaffen den Sprung in Festanstellungen – warum?
Lukas BraunImmer weniger Minijobber schaffen den Sprung in Festanstellungen – warum?
Immer weniger Beschäftigte in Deutschland wechseln von Minijobs in sozialversicherungspflichtige Stellen. Noch 2017 hatten über 100.000 diesen Schritt gewagt – doch bis 2022 ging die Zahl deutlich zurück. Nun diskutieren Politiker und Behörden, warum dieser Trend so stark nachlässt.
2017 stiegen insgesamt 102.084 Minijobber in Jobs mit Sozialversicherungspflicht auf. Unter den Beziehern von ergänzenden Sozialleistungen fanden damals 27,1 Prozent eine reguläre Anstellung.
Bis September 2022 schafften dies nur noch 50.831 Personen, wobei die Hochrechnung für das gesamte Jahr bei etwa 67.775 liegt. Auch der Anteil der Sozialleistungsempfänger, die eine Vollzeitstelle fanden, sank auf 18,6 Prozent. Die Zahl der Übergänge in Vollzeit halbierte sich fast: von 33.953 im Jahr 2017 auf voraussichtlich 21.753 im Jahr 2022 (davon allein 16.315 bis September).
Die Bundesagentur für Arbeit führte die Entwicklung vor allem auf die geschwächte Arbeitsmarktlage zurück. Unterdessen äußerten Politiker unterschiedliche Einschätzungen. Hülya Düber (CSU) argumentierte, dass zu geringe finanzielle Anreize viele dazu brächten, zu denken: "Arbeit lohnt sich einfach nicht."Jan Feser (AfD-Bundestagsabgeordneter) kritisierte die Behörde dafür, die langfristige Abhängigkeit von Minijobs nicht zu bekämpfen, und bezeichnete das System als missbrauchsanfällig.
Der Rückgang bei den Übergängen spiegelt grundsätzliche Probleme auf dem deutschen Arbeitsmarkt wider. Da immer weniger Beschäftigte den Weg aus dem Minijob in eine gesicherte Anstellung finden, wachsen die Forderungen nach Reformen. Politik und Behörden prüfen weiterhin, wie Anreize verbessert und die Abhängigkeit von prekärer Beschäftigung verringert werden kann.






