24 January 2026, 04:26

Hessen zahlt Einsatzkräften pauschal 2.000 Euro nach Angriffen im Dienst

Zwei Feuerwehrleute in Helmen und Handschuhen, einer sprüht Wasser aus einer Rohrleitung auf ein umgestürztes Auto im Wald, mit Bäumen und Maschendrahtzaun im Hintergrund.

Hessens Besonderer Weg: Entschädigung für angegriffene Polizisten - Hessen zahlt Einsatzkräften pauschal 2.000 Euro nach Angriffen im Dienst

Hessen bleibt das einzige deutsche Bundesland, das Einsatzkräften, die während ihres Dienstes angegriffen werden, eine pauschale Entschädigung von 2.000 Euro zahlt. Die Regelung ist Teil eines umfassenden "Respektpakets" und soll die Risiken würdigen, denen Polizisten, Feuerwehrleute und andere Rettungskräfte täglich ausgesetzt sind. Innenminister Roman Poseck (CDU) bezeichnete diese Berufsgruppen als "Alltagshelden", die mehr öffentliche Unterstützung verdienen.

Die Initiative wurde 2022 ins Leben gerufen, um die Entschädigung für angegriffene Einsatzkräfte zu vereinfachen. Anders als bei herkömmlichen Ansprüchen handelt es sich bei der Zahlung um eine "unbürokratische Unfallleistung", die unabhängig vom Schweregrad der Verletzung gewährt wird. Seit der Einführung wurden rund 1.500 Angriffe gemeldet, wobei in den Jahren 2023 und 2024 über 90 Prozent der Anträge bewilligt wurden.

Das Verfahren beginnt mit einer Prüfung der Umstände des Angriffs durch die Staatsanwaltschaft. Die endgültige Auszahlung entscheidet der Regierungspräsidium Kassel unter Aufsicht des Hessischen Innenministeriums in Wiesbaden. Zwar gab es Fortschritte bei der Straffung des Prozesses, doch die FDP-Fraktion kritisiert das System nach wie vor als zu kompliziert. Behördenvertreter geben zu, dass die durchschnittliche Bearbeitungsdauer aufgrund unzureichender Statistiken unklar bleibt.

Die Pauschalzahlung unterstreicht Hessens Engagement für die Unterstützung von Einsatzkräften. Mit hohen Bewilligungsquoten und einem vereinfachten Ablauf sorgt das Modell für schnellere finanzielle Hilfe für diejenigen, die im Dienst Opfer von Gewalt werden. Der Prozess wird zwar kontinuierlich optimiert, doch die Herausforderungen bei der Bürokratieabbau bleiben bestehen.