25 February 2026, 16:41

Hessen steht vor zähen Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst mit 7-Prozent-Forderung

Ein Plakat mit zwei Personen vor einer Bergkulisse mit Bäumen, Text: "Was unser freier Handel bedeutet - britischer Granit Arbeiter - Die faire Lohnklausel ist in Ordnung, aber ich will Arbeit."

Lohnverhandlungen - Minister warnt vor überzogenen Forderungen - Hessen steht vor zähen Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst mit 7-Prozent-Forderung

Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst: Hessen bereitet sich auf harte Lohnrunden vor

Die Gewerkschaften im öffentlichen Dienst Hessens rüsten sich für schwierige Tarifverhandlungen mit der Landesregierung. Rund 58.000 Beschäftigte – darunter Polizisten, Lehrer und Beamte – sind von den Gesprächen betroffen, die am 27. Februar 2026 beginnen. Die Gewerkschaften fordern eine 7-prozentige Lohnerhöhung, doch Hessens Innenminister Roman Poseck (CDU) bezeichnete die Forderungen bereits als "überzogen".

Die anstehenden Verhandlungen in Wiesbaden betreffen die Bezahlung von Beschäftigten in Bildung, Polizei, Baugewerbe und anderen öffentlichen Bereichen. Gewerkschaften wie ver.di, dbb, GEW, GdP und IG BAU verlangen zudem ein volles Monatsgehalt als Weihnachtsgeld sowie einen zusätzlichen Urlaubstag für ihre Mitglieder.

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Poseck argumentiert, eine deutliche Gehaltserhöhung sei unrealistisch – angesichts jüngster Lohnanpassungen, die bereits die Inflation berücksichtigt hätten. Der Haushalt des Landes sei "extrem angespannt", was größere Zugeständnisse kaum zulasse. Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) wies diese Haltung umgehend zurück: Steigende Lebenshaltungskosten, Mieten und Energiepreise belasteten die Einkommen der Beschäftigten weiter.

Vor der ersten Verhandlungsrunde ist eine Demonstration vor dem Innenministerium geplant. Weitere nicht öffentliche Gespräche sind für den 9.–10. März und 26.–27. März angesetzt. Die GdP betont, die öffentliche Sicherheit dürfe nicht durch Sparmaßnahmen gefährdet werden – und verweist auf Personalmangel sowie Polizisten, die wegen besserer Bezahlung in andere Bundesländer oder zur Bundespolizei wechseln.

Die Gewerkschaft warnt zudem vor verschärften Rekrutierungsproblemen, da immer mehr Fachkräfte abwandern. Hinter den Forderungen stehe wachsende Frustration über stagnierende Reallöhne und steigende Arbeitsbelastung.

Die Verhandlungen werden Zehntausende Beschäftigte im hessischen öffentlichen Dienst direkt betreffen – mit Auswirkungen auch auf Rentner und kommunale Beamte. Scheitern die Gespräche, drohen weitere Arbeitskämpfe. Die Landesregierung signalisierte bereits, dass größere Zugeständnisse angesichts der haushaltspolitischen Zwänge unwahrscheinlich seien.