Handwerk im Kreis Steinfurt leidet unter Lieferengpässen und Energiekosten
Lukas BraunHandwerk im Kreis Steinfurt leidet unter Lieferengpässen und Energiekosten
Handwerksbetriebe im Kreis Steinfurt kämpfen mit Lieferkettenproblemen und steigenden Energiekosten
Die lokalen Handwerksbetriebe im Kreis Steinfurt sehen sich wachsenden Herausforderungen durch Unterbrechungen in den Lieferketten und explodierende Energiekosten gegenüber. Diese Belastungen standen im Mittelpunkt der jüngsten Jahresversammlung zwischen der Kreishandwerkerschaft Steinfurt-Warendorf und der Kreisverwaltung, die im Kreishaus stattfand.
Landrat Dr. Martin Sommer empfing die Teilnehmer des Treffens, bei dem Vertreter nach Lösungen suchten, um die Betriebe in Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit zu unterstützen. Im Fokus standen dabei mehrere drängende Probleme des Handwerks: Die stark gestiegenen Energiekosten – mitverursacht durch die Spannungen im Iran – belasten die Budgets der Unternehmen erheblich. Hinzu kommen Lieferengpässe und eine zögerliche Investitionsbereitschaft, die die lokale Wirtschaft zusätzlich unter Druck setzen.
Ein weiteres zentrales Thema war die Schwarzarbeit, deren negative Auswirkungen auf den fairen Wettbewerb und das Sozialsystem betont wurden. Um dem entgegenzuwirken, forderten die Teilnehmer eine stärkere Kontrolle sowie klarere Regelungen, um Missbrauch einzudämmen.
Auch die neuen Vergaberegeln für öffentliche Aufträge wurden intensiv diskutiert. Diese treten in Nordrhein-Westfalen ab dem 1. Januar 2026 in Kraft und sollen Bürokratie abbauen sowie Unternehmen mehr Flexibilität bieten. Die Runde war sich einig, dass vereinfachte Verfahren den Betrieben helfen könnten, sich besser an die aktuellen Herausforderungen anzupassen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf der dualen Berufsausbildung, deren Bedeutung für die Fachkräftesicherung und eine reibungslose Betriebsnachfolge hervorgehoben wurde. Der Kreis Steinfurt unterstützt bereits jetzt Unternehmensübergaben über die Kreishandwerkerschaft und die Wirtschafts- und Entwicklungsgesellschaft Steinfurt (WESt), die Beratungsangebote für Übergeber und Übernehmer bereithält.
Zum Abschluss der Veranstaltung bekräftigten beide Seiten ihr Bekenntnis zur engen Zusammenarbeit. Das über Jahre gewachsene Vertrauen zwischen Kreis und Handwerkerschaft wurde als entscheidend bezeichnet, um aktuelle und künftige Herausforderungen zu meistern.
Die Jahresversammlung unterstrich einmal mehr die Notwendigkeit einer fortgesetzten Kooperation zwischen Kreis und Handwerk. Mit den anstehenden Vergaberegeln und den bestehenden Förderangeboten haben die Betriebe nun klarere Perspektiven, um den wirtschaftlichen Druck zu bewältigen. Der Fokus liegt nun darauf, die beschlossenen Maßnahmen bis zum Stichtag 2026 umzusetzen.






