Handgreiflichkeiten bei SPD-Berlin: Machtkampf um Listenplätze eskaliert gewaltsam
Marie SchulzHandgreiflichkeiten bei SPD-Berlin: Machtkampf um Listenplätze eskaliert gewaltsam
Gewaltsame Auseinandersetzung in Berlins SPD: Streit um Kandidatenlisten eskaliert
Bei einer Ortsvereinsversammlung der Berliner SPD am 10. September 2025 ist ein internen Machtkampf in handgreifliche Gewalt umgeschlagen. Beteiligt waren Maja Lasic, die bildungspolitische Sprecherin der Partei, und Kazem Radpasand, ein SPD-Mitglied aus dem Bezirk Mitte. Die Spannungen hatten sich bereits im Vorfeld wegen Streitigkeiten über Listenplätze und interne Machtverhältnisse zugespitzt, bevor es zur körperlichen Konfrontation kam.
Der Vorfall ereignete sich vor dem geplanten Funktionärstreffen am SPD-Landesverband Berlin. Augenzeugen zufolge soll Lasic Radpasand angesprochen, ihn angeschrien und ihm angeblich den Arm verdreht haben. Auslöser war ein anhaltender Konflikt um sichere Listenplätze im SPD-Ortsverein Mitte.
Lasic räumte später ein, ihr "verbales Vorgehen sei nicht angemessen" gewesen, bestritt jedoch jede körperliche Attacke. Radpasand hingegen besteht auf eine offizielle Entschuldigung und eine parteiinterne Untersuchung. Er hatte zuvor in zwei Abstimmungen gegen Lasic verloren, darunter bei einer Kandidatenaufstellung.
Nach der Auseinandersetzung erstattete Radpasand Meldung beim Awareness-Team der Partei. Lasic, die als stellvertretendes Mitglied im von Radpasand geführten lokalen Vorstand sitzt, sieht sich bisher keinen formalen disziplinarischen Konsequenzen gegenüber. Die SPD hat sich bisher nicht öffentlich zu weiteren Schritten geäußert.
Der Konflikt offenbart die tiefen Gräben innerhalb der Berliner SPD bei Fragen der Führung und Kandidatenaufstellung. Radpasands Forderung nach einer sachlichen Klärung und einer Entschuldigung bleibt vorerst unerfüllt. Die Entscheidung des Awareness-Teams wird zeigen, ob gegen Lasic weitere Maßnahmen ergriffen werden.






