Halle (Saale) setzt auf ausfahrbare Poller – Geschäftsleute protestieren gegen WM-Sicherheitsmaßnahmen
Clara FrankeHalle (Saale) setzt auf ausfahrbare Poller – Geschäftsleute protestieren gegen WM-Sicherheitsmaßnahmen
In der Stadt Halle (Saale) wurden entlang der Kleinen Ulrichstraße temporäre, ausfahrbare Poller installiert, um während der FIFA-Weltmeisterschaft den Autoverkehr einzuschränken. Die Behörden wollen damit störendes Fahrverhalten unterbinden und Fußballfans schützen, die sich in dem Bereich versammeln. Lokale Geschäftsinhaber kritisieren die Maßnahme jedoch scharf.
Die Absperrungen können abends und nachts hochgefahren werden, um den Fahrzeugzugang zu blockieren. Die Stadt begründet die Maßnahme damit, dass so „Protzfahrten“ verhindert und die Sicherheit für Fans, die die Spiele verfolgen, erhöht werde. Doch kaum ein Geschäft in der Straße zeigt tatsächlich WM-Spiele – die meisten haben auf Public Viewing verzichtet.
Geschäftsleute bezeichnen die Poller als „militaristisch“ und übertrieben. Sie behaupten, die Installation zerstöre die gewohnte Atmosphäre der Straße und sei ohne vorherige Absprache beschlossen worden. Stattdessen schlagen sie gezielte Polizeistreifen an belebten Abenden vor. Bußgelder aus Kontrollen würden die Kosten für die Beamten decken und seien wirksamer, so ihre Argumentation.
Die Stadt hält die Absperrungen für eine notwendige Sicherheitsvorkehrung während des Turniers. Die Geschäftsinhaber bestehen darauf, dass alternative Lösungen die Bedenken besser adressieren würden, ohne das Flair des Viertels zu beeinträchtigen. Der Streit zeigt, wie unterschiedlich die Ansichten darüber sind, wie öffentliche Räume während Großveranstaltungen gestaltet werden sollten.






