Gorleben: Zwischenlager für Atommüll soll bis 2054 weiterlaufen – trotz Sicherheitsbedenken
Lukas BraunGorleben: Zwischenlager für Atommüll soll bis 2054 weiterlaufen – trotz Sicherheitsbedenken
Deutschlands Zwischenlager für hochradioaktive Abfälle in Gorleben könnte weitere 20 Jahre in Betrieb bleiben. Die Bundesgesellschaft für Zwischenlagerung (BGZ) hat einen Antrag auf Verlängerung der Betriebsgenehmigung eingereicht. Die aktuelle Erlaubnis läuft 2034 nach vier Jahrzehnten Nutzung aus.
Im Lager werden derzeit 113 CASTOR-Behälter mit abgebrannten Brennelementen und Wiederaufarbeitungsabfällen aufbewahrt. Diese wurden zwischen 1995 und 2011 in 13 Transporten angeliefert – jeder von ihnen löste massive Proteste aus.
Die BGZ begründet die Verlängerung mit Sicherheitsaspekten: Es gelte eine regelmäßige behördliche Aufsicht sowie verpflichtende Sicherheitsüberprüfungen alle zehn Jahre. Das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung wird das Genehmigungsverfahren führen.
Doch es gibt Bedenken hinsichtlich der langfristigen Standortsicherheit. Die Bürgerinitiative Umweltschutz Lüneburg-Dannenberg (BI) zweifelt an, ob die Anlage Terroranschlägen oder Kriegshandlungen standhalten könnte. Die oberirdische Halle im Gorlebener Forst verfügt über dünnere Wände und Decken als neuere Standorte: Die Wände sind nur 50 Zentimeter, die Dachplatte lediglich 20 Zentimeter dick.
Hintergrund des Verlängerungsantrags ist die verzögerte Suche nach einem Endlager. Der gesetzlich vorgesehene Termin für die Standortfindung bis 2031 wird voraussichtlich deutlich verfehlt. Ursprünglich als Provisorium geplant, könnte Gorleben bei einer Genehmigung bis mindestens 2054 weiterbetrieben werden. Nun liegt die Entscheidung bei den Aufsichtsbehörden, die Sicherheitszusagen gegen strukturelle und sicherheitstechnische Bedenken abwägen müssen.
