Gedenken und Dialog: Filmabend zu Hanau im "Big House" Neuwied
Kostenlose Filmvorführung und Diskussion im "Big House" Jugendzentrum Neuwied am 20. März 2023 um 19 Uhr
Am 20. März 2023 findet um 19 Uhr im Jugendzentrum "Big House" in Neuwied eine kostenlose Filmvorführung mit anschließender Diskussion statt. Gezeigt wird der Dokumentarfilm "Das deutsche Volk" von Marcin Wierzchowski, der sich mit den Folgen des rassistisch motivierten Anschlags von Hanau im Jahr 2020 auseinandersetzt, bei dem neun junge Menschen ermordet wurden. Eingeladen sind insbesondere Jugendliche und alle interessierten Bürgerinnen und Bürger im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus.
Im Mittelpunkt des Films steht der Anschlag vom 19. Februar 2020, als ein rechtsextremer Attentäter in Hanau neun Menschen mit Migrationshintergrund tötete. Über vier Jahre hinweg begleitet die Dokumentation, wie die Tat das Leben der Überlebenden, der Angehörigen und der gesamten Stadt prägte. Gleichzeitig werden grundlegende Fragen aufgeworfen: nach Wahrheit, Gerechtigkeit und dem Umgang der Behörden mit diesem Verbrechen.
Im Anschluss an die Vorführung haben die Zuschauerinnen und Zuschauer die Möglichkeit, sich an einer moderierten Diskussion zu beteiligen und ihre Eindrücke zu teilen. Veranstaltet wird der Abend vom Jugendzentrum in Kooperation mit dem Pastoralen Netzwerk Neuwied und den Schulsozialdiensten Neuwied. Die Veranstaltung findet im "Big House" (Museumstraße 4a) statt und ist für alle offen – der Eintritt ist frei.
Seit dem Anschlag hat in Deutschland die öffentliche Debatte über Opferschutz, Rassismusprävention und Rechtsextremismus an Fahrt aufgenommen. Initiativen wie die Bildungsinitiative Ferhat Unvar, gegründet von Serpil Temiz Unvar, setzen sich für Aufklärung und Erinnerung ein. Dennoch bleiben Herausforderungen bestehen – vom Alltagsrassismus über den Zulauf zu rechtsextremen Parteien bis hin zu institutionellen Versäumnissen.
Ziel der Filmvorführung und Diskussion ist es, den Dialog über Rassismus, Gerechtigkeit und gesellschaftlichen Zusammenhalt zu fördern. Durch die Verbindung von Betroffenenberichten und öffentlichen Stimmen wird die Veranstaltung aktuelle Bemühungen um Anerkennung und Veränderung in den Fokus rücken. Die Organisatorinnen und Organisatoren hoffen, dass die Gespräche weitere Impulse für den Kampf gegen Diskriminierung und Extremismus setzen.






