04 May 2026, 08:15

Gaskraftwerk in Mainz: Umweltproteste stoppen 44-Millionen-Projekt vorerst

Eine Gruppe von Menschen sitzt vor einem Gebäude während einer Klimaprotest in Berlin, umgeben von Flaschen und anderen Gegenständen, mit Bäumen und einem klaren blauen Himmel im Hintergrund.

Gaskraftwerk in Mainz: Umweltproteste stoppen 44-Millionen-Projekt vorerst

Pläne für neues Gaskraftwerk in Mainz erleiden schweren Rückschlag

Der Bau eines geplanten Gaskraftwerks in Mainz ist auf ein großes Hindernis gestoßen. Ein Bündnis aus Umweltschutzorganisationen reichte zehn formelle Einsprüche ein, woraufhin die Behörden die Prüfung des Projekts vorläufig stoppten. Die Struktur- und Genehmigungsdirektion Süd (SGD Süd) sagte eine anberaumte Anhörung ab, nachdem sie die Bedenken als „hinreichend begründet und konkret“ eingestuft hatte.

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Das von den Kraftwerken Mainz-Wiesbaden (KMW) geplante Vorhaben mit einem Volumen von 44 Millionen Euro sollte auf der Ingelheimer Aue, einem Überschwemmungsgebiet, entstehen. Kritiker monieren, das Projekt stehe im Widerspruch zu den Klimazielen der Stadt Mainz, die bis 2035 Treibhausgasneutralität erreichen will. Maren Goschke vom BUND Mainz bezeichnete die Investition als „Rückschritt“ und warnte, sie würde die Region „jahrzehntelang an veraltete, konventionelle Gaskraftwerkstechnologie“ binden.

Die Einsprechenden hinterfragten zudem, warum keine neue Umweltverträglichkeitsprüfung durchgeführt wurde – die letzte Datengrundlage stammt aus dem Jahr 2005. Stattdessen forderten sie Gespräche mit der SGD Süd und KMW, um klimaneutrale Alternativen zu prüfen. Ihre bevorzugte Lösung: Batteriespeichersysteme, die sie als „erprobte und zunehmend bezahlbare“ Option bezeichnen.

Die Kosten für Batteriespeicher sind in den vergangenen Jahren stark gesunken. Eine Kilowattstunde Speicherkapazität, die vor 15 Jahren noch 1.300 Euro in der Herstellung kostete, ist heute für nur 90 Euro erhältlich. Im Gegensatz zu Gaskraftwerken, die ständig mit Brennstoff versorgt werden müssen, lassen sich Batterien jahrelang mit minimalem Wartungsaufwand betreiben. Die Initiativen betonen, dass sie damit eine deutlich nachhaltigere und kostengünstigere Wahl für die Energiewende darstellen.

Die Absage der für den 7. Mai geplanten Anhörung bedeutet eine vorläufige Unterbrechung des Vorhabens. Die Behörden müssen nun die Einwände bearbeiten, bevor weitere Schritte möglich sind. Die Zukunft des Gaskraftwerks – und der Druck auf alternative Lösungen – bleibt vorerst ungeklärt.

Quelle