Gänseliesel wird 125: Göttingen feiert sein berühmtestes Wahrzeichen mit einzigartiger Ausstellung
Tim SimonGänseliesel wird 125: Göttingen feiert sein berühmtestes Wahrzeichen mit einzigartiger Ausstellung
Göttingen feiert 125 Jahre Gänseliesel-Brunnen mit Sonderausstellung
Zum 125. Jubiläum des beliebten Gänseliesel-Brunnens veranstaltet Göttingen eine besondere Ausstellung. Ab dem 9. April 2026 widmet sich die Schau den Ursprüngen des Wahrzeichens, seiner kulturellen Bedeutung und den Bräuchen, die sich um die Figur ranken. Erstmals werden dabei zwei historische Abgüsse der Statue gemeinsam präsentiert.
Seit seiner Enthüllung im Jahr 1901 ist der Gänseliesel-Brunnen das bekannteste Wahrzeichen Göttingens. Der Bildhauer Paul Nisse entwarf die Figur einer Gänsemagd, die nach einem Wettbewerb im Jahr 1897 ausgewählt wurde – unter 46 Entwürfen von rund 40 Künstlern, darunter auch Ernst Barlach. Über die Jahrzehnte entwickelte sich die Statue zu einem Symbol für die Präsenz von Frauen im öffentlichen Leben und spiegelt sowohl historische Kämpfe als auch lokale Identität wider.
Ein Höhepunkt der Ausstellung ist die gemeinsame Präsentation des Originalgusses von 1901 und der weniger bekannten "Leipziger Schwester". Besucher erfahren zudem mehr über die Tradition, dass frisch promovierte Doktoranden die Statue nach ihrer Disputation küssen. Die kulturelle Rolle des Brunnens reicht von Debatten über Frauenrechte im frühen 20. Jahrhundert bis hin zu modernen Adaptionen – etwa als Ampelmännchen in Monheim am Rhein im Jahr 2020.
Die unter dem Titel "Liebt eigentlich jeder Liesel?" laufende Ausstellung ist vom 9. April bis 18. Oktober 2026 im Städtischen Museum Göttingen zu sehen. Die Eröffnung findet am 9. April um 18:30 Uhr in der Galerie Alte Feuerwache statt. Eine zweisprachige Broschüre (Deutsch/Englisch) vertieft die Einblicke in Geschichte und Bedeutung des Brunnens.
Die Schau würdigt 125 Jahre Gänseliesel als kulturellen und historischen Bezugspunkt. Sie vereint seltene Exponate, künstlerische Interpretationen und Geschichten lokaler Traditionen. Bis Mitte Oktober 2026 bleibt die Ausstellung für die Öffentlichkeit zugänglich.






