Frauenkollektiv in Mexiko deckt Beamten-Netzwerk für digitale Gewalt auf
Clara FrankeFrauenkollektiv in Mexiko deckt Beamten-Netzwerk für digitale Gewalt auf
Eine kleine, aber entschlossene Gruppe von Frauen kämpft in Mexiko gegen digitale Gewalt. Das DLR-Kollektiv, gegründet von Andy Torres, hat bereits Hunderte sexualisierter Angreifer entlarvt und explizite Inhalte aus dem Netz entfernen lassen. Ihre jüngste Untersuchung deckte ein Netzwerk von 140 Beamten auf, die illegales Material teilten.
Das Kollektiv entstand 2019, nachdem Torres ihre Hacking-Fähigkeiten einsetzte, um einer Freundin zu helfen, die Opfer digitaler Gewalt geworden war. Benannt nach ihrer Mutter, besteht die Gruppe heute aus neun Frauen – allesamt Überlebende ähnlicher Angriffe. Täglich bearbeiten sie etwa 80 Meldungen und führen zwei Listen mit über 540 dokumentierten Tätern in ganz Mexiko.
Opfer leiden oft unter schweren Folgen wie PTBS, Angststörungen und Depressionen, wie forensische Gutachten bestätigen. Viele brechen die Schule ab, verlieren ihre Arbeit oder ziehen sich komplett aus der Gesellschaft zurück. Das DLR-Kollektiv ermutigt Betroffene, Anzeige zu erstatten – doch juristische Verfahren ziehen sich oft monatelang hin.
2024 enthüllte die Gruppe die „Sierra-XXX-Gruppe“, ein Netzwerk von 140 Beamten aus Oaxaca, die sexuelle Inhalte teilten. Wegen Drohungen arbeitet das Kollektiv unter strengen Sicherheitsvorkehrungen; Torres ist die einzige öffentliche Vertreterin.
Trotz ihrer Erfolge – der Entfernung schädlicher Inhalte und der Unterstützung von Überlebenden – bleiben die juristischen Hürden für Opfer hoch. Die Arbeit des DLR-Kollektivs zeigt, wie nachhaltig digitale Gewalt wirkt und wie dringend strukturelle Veränderungen nötig sind.






