Frauen prägen die Apothekenbranche – doch Lohnlücken und Care-Arbeit bleiben ungelöst
Clara FrankeFrauen prägen die Apothekenbranche – doch Lohnlücken und Care-Arbeit bleiben ungelöst
Frauen dominieren den öffentlichen Apotalsektor in Deutschland – doch Lohnungleichheit und Care-Arbeit bleiben ungleich verteilt
Fast neun von zehn Beschäftigten in deutschen öffentlichen Apotalen sind Frauen. Doch trotz ihrer starken Präsenz bestehen weiterhin Lohnunterschiede und eine ungleiche Verteilung der Fürsorgearbeit. Aktuelle Zahlen zeigen sowohl Fortschritte als auch anhaltende Herausforderungen im Berufsalltag.
Der Frauenanteil in öffentlichen Apotalen steigt seit 2010 kontinuierlich an. Damals waren rund 68 Prozent der Beschäftigten weiblich – 2023 lag der Wert bereits bei 75 Prozent. Besonders ausgeprägt ist der Anstieg in den unterstützenden Berufen: 97,5 Prozent der Pharmazeutisch-kaufmännischen Angestellten (PKA) sind Frauen, bei den Pharmazeutisch-technischen Assistentinnen (PTA) sind es 96,6 Prozent. Auch unter den approbierten Apothekerinnen liegt der Frauenanteil bei 74,1 Prozent, und 74,8 Prozent der Pharmaziestudierenden im Praktischen Jahr (PhiP) sind weiblich.
Doch das Ungleichgewicht im Apotalensektor spiegelt gesamtgesellschaftliche Trends wider. Im Durchschnitt verdienen Frauen in Deutschland bei vergleichbarer Arbeit 4,10 Euro weniger pro Stunde als Männer. Zudem leisten sie den Großteil der unbezahlten Arbeit: Sie übernehmen zwei Drittel der Kinderbetreuung, den Großteil der Haushaltsaufgaben und den Löwenanteil der Pflege von Angehörigen.
Fachleute fordern bessere Arbeitsbedingungen, um diese Disparitäten zu verringern. Vorschläge umfassen flexiblere Arbeitszeiten, um Beruf und Privatleben besser vereinbaren zu können. Zudem wird die Politik aufgefordert, den Kündigungsschutz für Teilzeitkräfte zu stärken und Pflegearbeit bei der Rentenberechnung fairer zu berücksichtigen.
Die Belegschaft in deutschen Apotalen bleibt überwiegende weiblich – Frauen besetzen auf allen Ebenen Schlüsselpositionen. Dennoch prägen Lohnlücken und ungleiche Sorgeverpflichtungen weiterhin ihren Berufsalltag. Forderungen nach flexibleren Arbeitsmodellen und gerechteren Rentenregelungen zielen darauf ab, die Last für diejenigen zu verringern, die den Sektor am Laufen halten.






