Finanzskandal in Berlin: Neue Führung für die Kulturverwaltung nach Rücktritt
Marie SchulzFinanzskandal in Berlin: Neue Führung für die Kulturverwaltung nach Rücktritt
Berlins Kulturverwaltung bekommt neue Führung nach Rücktritt wegen Finanzskandal
Nach einem Finanzskandal, der zu einem Rücktritt führte, steht die Berliner Kulturverwaltung vor einem Wechsel an der Spitze. Sarah Wedl-Wilson trat am Freitag von ihrem Amt zurück, nachdem ein kritischer Prüfbericht der Rechnungshofes veröffentlicht worden war. Stefan Evers, der aktuelle Finanzsenator der Stadt, übernimmt nun kommissarisch die Leitung des Kulturressorts für die kommenden Monate.
Der Rücktritt erfolgte, nachdem der Berliner Rechnungshof festgestellt hatte, dass Fördergelder in Höhe von 2,6 Millionen Euro für 13 Projekte zur Bekämpfung von Antisemitismus rechtswidrig bewilligt worden waren. Wedl-Wilson, die das Kulturamt als parteilose Beamte innehatte, verließ ihren Posten unmittelbar nach Veröffentlichung des Berichts.
Ursprünglich war Thomas Heilmann (CDU) als ihr Nachfolger im Gespräch gewesen. Doch die Parteiführung entschied sich stattdessen für Evers und begründete dies mit seiner finanziellen Expertise und seinem kulturellen Engagement. Die Entscheidung gab Kai Wegner, Berlins Regierender Bürgermeister und CDU-Landesvorsitzender, am Mittwochmorgen bekannt.
Evers wird beide Ämter bis zu den Wahlen im September 2026 parallel ausüben. Er ist bereits in zentrale Finanzverhandlungen eingebunden, darunter die Gespräche über den Finanzierungsvertrag der Hauptstadt. Seine vorübergehende Führung soll das Ressort nach dem Fördergeld-Skandal stabilisieren.
Mit der Berufung übernimmt ein Finanzexperte die Kulturverwaltung in einer Phase erhöhter Prüfung. Evers wird das Ressort leiten, während er seine bisherigen Aufgaben weiterführt. Seine Amtszeit ist bis zu den Neuwahlen im Herbst befristet, wenn die Berliner Wähler neue Vertreter bestimmen.






