Familienkassen-Reform: Strengere Regeln treffen 1,8 Millionen Kinder hart
Clara FrankeDie Schwarz-Rote Regierung übersieht Kinderarmut in der sozialen Reform - Familienkassen-Reform: Strengere Regeln treffen 1,8 Millionen Kinder hart
Der Deutsche Bundestag hat eine umfassende Reform des Sozialsystems beschlossen und das Bürgergeld in Familienkasse umbenannt. Die Änderungen sollen nach Angaben von CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann für mehr Gerechtigkeit sorgen. Kritiker warnen jedoch, dass die neuen Regelungen die Not von Familien verschärfen könnten, die bereits mit Armut kämpfen.
Die Reform führt schärfere Sanktionen bei versäumten Terminen in der Familienkasse ein. Künftig können Leistungskürzungen auch Wohnkostenzuschüsse betreffen oder sogar zum vollständigen Entzug der Unterstützung führen. Von diesen Strafmaßnahmen sind direkt rund 1,8 Millionen Kinder in Haushalten betroffen, die Familienkasse beziehen – mehr als 1,4 Millionen von ihnen sind jünger als 14 Jahre.
Neben den Empfängern von Sozialleistungen leben schätzungsweise 2,2 bis 2,3 Millionen Kinder in Deutschland 2024–2025 in Armutsgefährdung. Als armutsgefährdet gilt, wer in einem Haushalt mit weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens lebt – betroffen sind damit sowohl erwerbstätige Geringverdiener als auch Arbeitslose. Viele dieser Kinder haben keinen Zugang zu Grundbedürfnissen wie warmen Mahlzeiten, Schulmaterial oder außerschulischen Aktivitäten.
Die öffentliche Unterstützung für Maßnahmen gegen Kinderarmut ist groß. Unabhängig von der eigenen finanziellen Situation fordern die meisten Eltern politische Lösungen. Fachleute argumentieren, dass Investitionen in diese Kinder nicht nur soziale Ungleichheit verringern, sondern auch wirtschaftlich sinnvoll wären. Doch die Reform selbst wird das Armutsniveau nicht senken, da finanzielle Not Familien oft in langfristige Entbehrung treibt.
Mit rund drei Millionen Kindern, die bundesweit von Armut betroffen sind, pochen Aktivisten auf dringende Maßnahmen. Die neuen Sanktionen, so die Warnung, könnten benachteiligte Familien noch tiefer in die Krise stürzen.
Die Familienkassen-Reform ist nun in Kraft getreten – mit strengeren Regeln, aber auch dem Versprechen auf mehr Fairness. Für die 1,8 Millionen Kinder in sozialhilfeabhängigen Haushalten könnten die Kürzungen weniger Mittel für grundlegende Bedürfnisse bedeuten. Gleichzeitig bleibt die breitere Kinderarmut ein drängendes Problem, und die Forderungen nach gezielter Unterstützung jenseits von Sozialstrafen werden lauter.






