05 April 2026, 10:14

EU-Emissionshandel wird reformiert: Chemieindustrie erhält Sonderregeln und Entlastung

Liniengraph, der den Pariser Klimavertrag (blau) mit den Emissionsreduktionszielen (grün) vergleicht, zeigt stetige Zunahmen über die Zeit.

EU-Emissionshandel wird reformiert: Chemieindustrie erhält Sonderregeln und Entlastung

EU-Kommission stellt Reformpläne für den Emissionshandel vor – Chemiebranche profitiert von Lockerungen

Diese Woche Mittwoch wird die Europäische Kommission erstmals ihre Vorschläge zur Reform des EU-Emissionshandelsystems (EU-ETS) vorlegen. Aktuelle politische Weichenstellungen deuten auf eine mildere Haltung bei den Emissionsrichtwerten für die chemische Industrie hin. Die Änderungen folgen monatelanger Lobbyarbeit der Branche und sollen die finanzielle Belastung der Hersteller verringern.

Bereits zu Jahresbeginn hatte die Kommission vorübergehende Anpassungen am ETS vorgenommen, um die CO₂-Preise zu stabilisieren und höhere Emissionen zu ermöglichen. Sie reformierte die Marktstabilitätsreserve (MSR) und strich die Streichung von Überschusszertifikaten – eine Maßnahme, die nun im Rahmen der anstehenden Reformen dauerhaft verankert wird. Zudem wurden die Benchmark-Werte rückwirkend neu festgesetzt, wodurch ab den Zuteilungen für 2026 mehr kostenlose Zertifikate für Sektoren wie die Chemieindustrie zur Verfügung stehen.

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Der Druck der chemischen Industrie war dabei entscheidend. Evonik-Chef Christian Kullmann, einst ein scharfer Kritiker des ETS, plädiert mittlerweile für pragmatische Kompromisse. In einem gemeinsamen Gastbeitrag mit dem EU-Abgeordneten Peter Liese forderte er kürzlich "kluge Anpassungen" statt radikaler Umbrüche.

Die neuen Vorschläge der Kommission spiegeln diesen Kurswechsel wider. Statt die Regeln zu verschärfen, werden die Benchmarks so angepasst, dass sie die Belange der Chemieproduzenten stärker berücksichtigen – insbesondere angesichts der anhaltenden Energiekrise. Ziel ist es, Klimaschutzziele mit den Interessen der Wirtschaft in Einklang zu bringen; die genauen Details werden in der Mittwochspräsentation bekannt gegeben.

Die Reformen bedeuten eine spürbare Entlastung für emissionsintensive Branchen: Die Zahl der kostenlosen Zertifikate steigt, und die MSR wird künftig keine Überschusszertifikate mehr löschen. Diese Maßnahmen sollen die finanzielle Belastung der Chemieunternehmen mindern, ohne die grundlegenden Klimaziele des Systems aufzuweichen.

Quelle