23 May 2026, 22:16

Erlangen verbietet Partyhits beim Bergkirchweih – Zensur oder Fortschritt?

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Erlangen verbietet Partyhits beim Bergkirchweih – Zensur oder Fortschritt?

Erlangen verbietet klassische Partyhits beim Bergkirchweih-Fest

Die Stadt Erlangen hat eine Liste klassischer Partyhits für ihr jährliches Bergkirchweih-Volksfest verboten. Die Verantwortlichen stufen die Lieder als sexistisch und für öffentliche Veranstaltungen unangemessen ein. Der Beschluss erfolgte nach einer Beschwerde einer Besucherin, die von unerwünschten körperlichen Berührungen und Unbehagen durch die gespielte Musik bei früheren Festen berichtete.

Das diesjährige Fest, das fast eine Million Gäste erwartet, wird nun auf Titel von Künstlern wie Mickie Krause und Peter Wackel verzichten. Die Entscheidung hat unter Musikern Kritik ausgelöst und bei lokalen Wirten Sorgen ausgelöst, die auf die Einnahmen aus der Veranstaltung angewiesen sind.

Kontroverse seit 2021 Die Debatte begann 2021, als der Stadtrat – unterstützt von Stimmen von CSU, Linken und SPD – Lieder mit „gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit“ beim Bergkirchweih verurteilte. Auslöser war die Beschwerde einer Frau bei den Nürnberger Nachrichten, die schilderte, wie sie „begrapscht“ worden sei und sich durch die Texte bestimmter Lieder unwohl gefühlt habe.

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Daraufhin analysierten die Forscherinnen Reka Lörincz und Nora Hahn-Hobeck eine Auswahl an Partyhits und identifizierten problematische Titel. Lieder wie Skandal im Sperrbezirk oder Peter Wackels Joana landeten auf der schwarzen Liste. Die Stadtverwaltung erwartet nun von den Wirten, dass sie sich an die Vorgaben halten – andernfalls droht der Entzug kommunaler Unterstützung.

Künstler protestieren gegen „Zensur“ Die betroffenen Musiker reagieren empört. Peter Wackel, dessen Song auf der Liste steht, behauptet, viele Künstler hätten „keine Lust mehr“, in Deutschland aufzutreten. Jürgen Thurnau, Sänger der Spider Murphy Gang, verglich die Situation mit der Zensur in der DDR und nannte die Maßnahmen überzogen.

Wirte zwischen Tradition und Vorschriften Lokale Gastwirte stehen vor einem Dilemma: Einerseits sind sie auf die Fest-Einnahmen angewiesen, andererseits müssen sie die städtischen Regeln einhalten, um Strafen zu vermeiden. Manche fragen sich, ob die traditionelle Festkultur unter diesen Auflagen überleben kann.

Die schwarze Liste bleibt für das diesjährige Bergkirchweih bestehen – bei fast einer Million erwarteter Besucher. Wirte müssen die verbotenen Lieder meiden, sonst riskieren sie den Verlust offizieller Förderung. Unterdessen protestieren Musiker weiter und warnen, die Einschränkungen bedrohten die lebendige Atmosphäre des Festes.

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