29 April 2026, 14:17

Energiekrise verschärft sich: Ölkonzerne kassieren Rekordgewinne – Verbraucher zahlen die Zeche

Plakat mit Text und Bildern von Solarpanelen und Windraeder gegen einen bewölkten Himmel, lesend "Abgesagte verbleibende Öl- und Gasgenehmigungen im Arctic National Wildlife Refuge".

Energiekrise verschärft sich: Ölkonzerne kassieren Rekordgewinne – Verbraucher zahlen die Zeche

Die globale Energiekrise verschärft sich weiter und treibt die Ölpreise in die Höhe – mit schweren Folgen für Haushalte und Unternehmen. Während Verbraucher mit steigenden Kosten kämpfen, verzeichnen große Ölkonzerne Rekordgewinne. Regierungen und internationale Organisationen warnen mittlerweile vor weitreichenden wirtschaftlichen und humanitären Folgen, falls sich die Lage nicht bessert.

Im ersten Quartal 2024 hat sich der Nettogewinn von BP im Vergleich zum Vorjahreszeitraum mehr als verdoppelt. Das Unternehmen erzielte einen Gewinn von 2,7 Milliarden Euro – ein deutliches Zeichen dafür, wie Energiefirmen von der Krise profitieren. Gleichzeitig steigen weltweit die Spritpreise und machen Reisen für Pendler, Studierende und Familien, die Angehörige besuchen, immer teurer.

Die Auswirkungen beschränken sich nicht auf den Verkehrssektor. In Nigeria haben die höheren Ölpreise die Kosten für Düngemittel, Transport und Grundnahrungsmittel in die Höhe getrieben. Das Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen schätzt, dass bis zu 45 Millionen weitere Menschen von Hunger bedroht sein könnten, sollte sich die Krise über die Jahresmitte hinausziehen.

Einige Länder ergreifen bereits Maßnahmen. Deutschland führte eine Übergewinnsteuer für Energieunternehmen ein und nahm so rund 2,5 Milliarden Euro ein – ausgelöst durch explodierende Heizkosten infolge des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine. Eine aktuelle Umfrage dort zeigte zudem, dass sich fast 80 Prozent der Befragten durch die Abhängigkeit ihres Landes von fossilen Brennstoffimporten bedroht fühlen.

Anderswo hat Südkoreas Präsident Pläne vorgelegt, um die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern zu verringern. Die Strategie umfasst den Ausbau der Stromnetzinfrastruktur und die Einführung eines "Solar-Einkommens"-Programms für ländliche Gemeinden. Dieser Wandel passt in einen größeren Trend: Chinas Solarpaneel-Exporte verdoppelten sich im März 2024 im Vergleich zum Februar – ein Zeichen für die wachsende globale Nachfrage nach erneuerbaren Alternativen.

Fatih Birol, der Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), hat eine drastische Warnung ausgesprochen. Er geht davon aus, dass die aktuelle Krise schwerwiegendere Folgen haben wird als frühere Ölkrisen und weltweit Volkswirtschaften sowie Lebensgrundlagen gefährdet.

Die Energiekrise vertieft die Kluft zwischen Unternehmensgewinnen und den Nöten der Haushalte. Angesichts steigender Ernährungsunsicherheit und explodierender Spritkosten geraten Regierungen zunehmend unter Handlungsdruck. Zwar könnte der Ausbau erneuerbarer Energien beschleunigt werden, doch die unmittelbaren Auswirkungen auf besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen bleiben ein dringendes Problem.

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