Energiekosten sinken: RWE-Chef kündigt günstigeren Strom und Gas an
In Deutschland werden die Energiekosten voraussichtlich sinken, da sich die Großhandelspreise für Strom stabilisieren und die Netzentgelte zurückgehen. RWE-Chef Markus Krebber hat zudem signalisiert, dass die Gaspreise in den nächsten zwei Jahren wahrscheinlich fallen werden. Seine Äußerungen stehen im Zusammenhang mit Warnungen, die Energie-Resilienz Deutschlands durch den Ausbau von LNG-Kapazitäten stärken zu müssen.
Für Haushalte gibt es 2023 eine gewisse Entlastung: Durch niedrigere Netzentgelte verringern sich die jährlichen Stromkosten für einen typischen Verbrauch von 4.000 Kilowattstunden um 77 Euro. Diese Senkung folgt auf eine Phase hoher Energiekosten, auch wenn die Preise weiterhin über dem Niveau vor der Krise liegen.
Markus Krebber, Vorstandsvorsitzender von RWE, bestätigte, dass die Gasversorgung Deutschlands für den aktuellen Winter gesichert sei. Gleichzeitig betonte er, dass das Energiesystem weiterhin anfällig bleibe. Bei extremen Wintern oder Lieferengpässen könnten ausgebauten LNG-Terminals eine entscheidende Sicherheitsreserve bieten. RWE, das Gaskraftwerke betreibt und Industriekunden beliefert, rechnet kurzfristig mit sinkenden Gaspreisen. Krebber führte diesen Trend auf die steigende globale LNG-Versorgung zurück. Zwar sprach er sich nicht für konkrete Projekte aus, unterstrich aber den generellen Bedarf an mehr LNG-Kapazitäten, um künftige Engpässe zu vermeiden. Der Vorstandschef prognostizierte zudem einen schrittweisen Rückgang der Strom- und Gaspreise in den kommenden Jahren. Seine Einschätzung deutet auf eine Abkehr von der jüngsten Marktvolatilität hin, auch wenn er vor verbleibenden Risiken warnte.
Der Rückgang der Netzentgelte und die Stabilisierung der Großhandelspreise werden den Druck auf Verbraucher und Unternehmen verringern. RWEs Prognosen lassen auf weitere Preissenkungen schließen – vorausgesetzt, der LNG-Ausbau festigt die Versorgungssicherheit. Zwar sind die unmittelbaren Gasbedarfe Deutschlands derzeit gedeckt, doch hängt die langfristige Resilienz von Infrastrukturinvestitionen ab.