01 February 2026, 02:27

Dorothee Bär erhält Karnevalsorden – und stichelt gegen Friedrich Merz

Ein Plakat mit einer Zeichnung von drei lachenden Menschen und dem Text "Einer von Chaunceys kleinen Witzen" oben und unten.

Dorothee Bär erhält den Orden gegen Tierquälerei - Dorothee Bär erhält Karnevalsorden – und stichelt gegen Friedrich Merz

Bundesforschungsministerin Dorothee Bär wurde bei einer Karnevalsveranstaltung in Aachen mit dem Orden gegen den tierischen Ernst ausgezeichnet. Die seit 1950 vom Aachener Karnevalsverein verliehene Ehrung würdigt Persönlichkeiten, die Humor und Menschlichkeit im öffentlichen Leben verbinden. In ihrer Rede griff Bär aktuelle politische Debatten auf – stets mit leichter Hand und Augenzwinkern.

Die feierliche Übergabe fand im Rahmen einer lebhaften Karnevalssitzung statt, bei der sich die Ministerin scherzhaft in die laufende Diskussion um den sogenannten "Stadtlandschaft"-Streit einbrachte. Dieser war im Oktober 2025 entbrannt, nachdem Bundeskanzler Friedrich Merz die Migrationspolitik mit städtischen Herausforderungen verknüpft hatte. Bär relativierte die Bedeutung des Begriffs selbst und betonte, es komme vielmehr auf die "richtige Weltsicht" an.

Mit spitzer Zunge kommentierte sie auch Merz' Rolle: Während ein Politiker aus dem Sauerland vielleicht für eine Mondmission tauge, werde Merz auf der Erde noch gebraucht. Zuvor hatte sie ihn gelobt, im Umgang mit dem ehemaligen US-Präsidenten Donald Trump den "richtigen Ton" getroffen zu haben. Merz präzisierte später seine ursprünglichen Aussagen und stellte klar, dass es vor allem um Migranten ohne dauerhaften Aufenthaltsstatus gehe.

Der Orden gegen den tierischen Ernst blickt auf eine lange Tradition prominenter Preisträger zurück, darunter die Bundeskanzler Konrad Adenauer (1959) und Helmut Schmidt (1972). Jenseits der Politik treibt Bär seit Langem Deutschlands Raumfahrtambitionen voran: Im August 2025 brachte sie im Rahmen der Hightech-Agenda Deutschland den Quantensatelliten QUBE auf den Weg. Nur einen Monat später besuchte sie die Mond-Simulationsanlage LUNA und unterstrich damit die deutschen Investitionen in Höhe von 5,4 Milliarden Euro in ESA-Programme zur Stärkung des Raumfahrtsektors.

Die Auszeichnung fällt in eine Phase, in der Bär Politik und öffentliche Wirksamkeit gekonnt verbindet. Ihre jüngsten Initiativen in der Raumfahrtforschung – vom QUBE-Satelliten bis zur ESA-Förderung – unterstreichen Deutschlands wachsende Rolle in diesem Bereich. Der Karnevalsorden setzt ihren Engagement in Wissenschaft und Politik nun noch eine spielerische Note auf.