Digitaler Nachlass: Warum Sie jetzt für Facebook & Co. vorsorgen müssen
Lukas BraunDigitaler Nachlass: Warum Sie jetzt für Facebook & Co. vorsorgen müssen
Das Internet spielt heute eine zentrale Rolle im Alltag – die meisten Menschen verfügen über Online-Konten und digitale Verträge. Doch viele denken nicht daran, was mit diesen digitalen Hinterlassenschaften nach dem Tod geschieht. Ohne Vorbereitung haben Angehörige oft Schwierigkeiten, diese zu verwalten oder zu schließen.
Immer mehr Online-Verträge – von Abonnements bis zu sozialen Medien – enden nicht automatisch mit dem Tod. Erben oder bevollmächtigte Vertreter müssen sie kündigen, doch ohne vorherige Planung kann das kompliziert werden. Experten raten daher, eine detaillierte Liste aller Konten anzulegen, inklusive Anbieterkontakte und Vertragsnummern.
Drei große Plattformen – Facebook, Instagram und Google/YouTube – ermöglichen es Nutzern, einen Nachlasskontakt zu benennen, der das Profil später in einen Gedenkaccount umwandeln kann. Facebook und Instagram bieten diese Option unter Gedenkkonten in den Einstellungen an, während Google sie über den Inaktivitätskonten-Manager bereitstellt. Plattformen wie X (ehemals Twitter), TikTok, Snapchat und Netflix unterstützen diese Funktion jedoch nicht und deaktivieren oder löschen Konten nach dem Tod stattdessen.
Um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten, sollten Nutzer eine vertrauenswürdige Person schriftlich bevollmächtigen, ihren digitalen Nachlass zu regeln – idealerweise mit einer über den Tod hinaus gültigen Vollmacht. Auch Banken erlauben es Kunden, einen Nachlassverwalter für Finanzdienstleistungen zu benennen. Sobald die Regelungen getroffen sind, sollten Familienmitglieder über die Vollmacht und den Aufbewahrungsort der Kontenübersicht informiert werden.
Wer zusätzliche Unterstützung benötigt, kann auf professionelle Dienstleister für digitalen Nachlass zurückgreifen. Vor der Nutzung lohnt es sich jedoch, deren Sicherheitsvorkehrungen, Leistungen und Kosten zu prüfen. Das vorzeitige Löschen ungenutzter Social-Media-Konten und die sichere Aufbewahrung der Übersicht erleichtern Angehörigen die Abwicklung zusätzlich.
Eine frühzeitige Planung des digitalen Erbes erspart Familienmitgliedern später unnötigen Stress. Wer seine Konten dokumentiert, Vertreter benennt und die Richtlinien der Plattformen kennt, stellt sicher, dass sein digitaler Fußabdruck gemäß den eigenen Wünschen verwaltet wird. Ohne diese Schritte können Erben Schwierigkeiten haben, nach einem Todesfall auf Konten zuzugreifen oder sie zu schließen.






