Deutschlandticket verliert nach Preiserhöhung an Zugkraft – doch bleibt es unschlagbar?
Tim SimonPreissteigerung des Deutschland-Tickets: Nachfrage schwankt - Deutschlandticket verliert nach Preiserhöhung an Zugkraft – doch bleibt es unschlagbar?
Das 49-Euro-Ticket in Deutschland hat seit seinem Start im Mai 2022 erhebliche Veränderungen durchlaufen. Ursprünglich für 49 Euro erhältlich, kostet es nach zwei Preiserhöhungen in den Jahren 2025 und 2026 mittlerweile 63 Euro. Trotz der steigenden Kosten bleibt das Ticket für Millionen Fahrgäste im ganzen Land eine beliebte Wahl.
Bei seiner Einführung zum Preis von 49 Euro zog das Angebot rund 400.000 Abonnenten an. Bis Anfang 2026 stiegen die monatlichen Verkäufe auf über zwei Millionen – das entspricht 40 bis 50 Prozent aller Nahverkehrsabonnements bundesweit. Besonders in städtischen Regionen wie Nordrhein-Westfalen und Berlin verzeichnete das Ticket die höchste Nachfrage und ersetzte bis zu 60 Prozent der bisherigen Regionalabos. In ländlich geprägten Bundesländern wie Bayern und Sachsen lag die Akzeptanz dagegen deutlich niedriger, bei nur 20 bis 30 Prozent.
Der Preis erhöhte sich im Januar 2025 auf 58 Euro und ein Jahr später auf 63 Euro. Nach der letzten Anpassung sank die Nachfrage in Thüringen um etwa 2.000 Abonnenten. Dieser Rückgang trat ein, obwohl sich die Verkaufszahlen seit Mitte 2025 kontinuierlich erholt hatten – von 139.000 auf 156.500 bis Dezember. Als Ursache gilt vor allem die Preiserhöhung, nicht etwa saisonale Effekte wie wärmeres Wetter, das normalerweise mehr Menschen zum Radfahren bewegt.
Vor Einführung des 49-Euro-Tickets machten klassische Regionalabos etwa zehn Prozent der Verkäufe aus. Mittlerweile haben sie deutlich an Bedeutung verloren, in einigen Bundesländern sank ihr Anteil um 30 bis 70 Prozent. Sollten die Preise für das Deutschlandticket jedoch weiter steigen, könnten die älteren Abonnements wieder attraktiver werden – dank ihrer günstigeren Langzeitkosten und Zusatzleistungen wie kostenloser Kinderbeförderung.
Der Verkehrsverbund Mittelthüringen (VMT) bietet ein ähnliches System an: Mit einem einzigen Ticket können Fahrgäste Busse, Züge und Straßenbahnen in Erfurt, Weimar, Jena, Gera und dem Umland nutzen. Die Einfachheit und die flächendeckende Abdeckung solcher Modelle haben maßgeblich zu ihrer Beliebtheit beigetragen.
Das 49-Euro-Ticket hat den deutschen Nahverkehr seit 2022 grundlegend verändert und Millionen Nutzer gewonnen. Die jüngste Preiserhöhung hat das Wachstum jedoch gebremst, insbesondere in Regionen wie Thüringen. Steigen die Kosten weiter, könnten klassische Regionalabos einen Teil ihrer verlorenen Attraktivität zurückgewinnen.






