Deutschlands Bierbranche kämpft mit historischem Absatzrückgang und fordert Hilfe von der Politik
Lukas BraunDeutschlands Bierbranche kämpft mit historischem Absatzrückgang und fordert Hilfe von der Politik
Bierabsatz in Deutschland auf historischem Tiefstand
Der Bierverkauf in Deutschland ist auf einen historischen Tiefstand gesunken. 2025 fielen die gesamten Inlands- und Exportverkäufe erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen im Jahr 1993 unter 8 Milliarden Liter. Dieser Rückgang markiert den stärksten Einbruch seit über drei Jahrzehnten und sorgt in der Branche für Besorgnis.
Der deutliche Absatzrückgang wird mit sich wandelnden Trinkgewohnheiten in Verbindung gebracht. Immer mehr Verbraucher greifen zu alkoholfreiem Bier, das mit einem Marktanteil von 10 Prozent mittlerweile das am schnellsten wachsende Segment ist. Gleichzeitig geht der allgemeine Alkoholkonsum zurück.
Pils bleibt zwar die beliebteste Biersorte und hält etwa die Hälfte des Marktes. Doch selbst dieser Favorit konnte den allgemeinen Rückgang nicht aufhalten. Über 80 Prozent des verkauften Bieres blieben im Inland – wobei diese Zahlen alkoholfreie Biere und Malzgetränke nicht berücksichtigen.
Brauereien aller Größen kämpfen mit steigenden Kosten, insbesondere für Energie und Arbeitskräfte. Branchenvertreter fordern die Bundesregierung auf, die Energiekosten zu senken und Investitionen in Nachhaltigkeit zu fördern. Ohne wettbewerbsfähige Produktionsbedingungen, so die Warnung, könnte sich die Krise der Branche weiter verschärfen.
Deutschland bleibt zwar weltweit führend in der Produktion von alkoholfreiem Bier. Die aktuellen Daten zeigen jedoch nicht, wie sich die Nachfrage nach diesen Getränken seit 2020 entwickelt hat oder ob es regionale Unterschiede gibt.
Die Bierbranche steht nun vor einer herausfordernden Phase. Angesichts des niedrigsten Absatzes seit Jahrzehnten müssen die Brauereien sich an veränderte Geschmäcker und höhere Kosten anpassen. Der Aufstieg alkoholfreier Alternativen und die Forderungen nach politischer Unterstützung werden die künftige Entwicklung des Marktes prägen.