Deutschland verkauft 50.000 Bitcoin für 2,89 Milliarden Dollar – doch war es klug?
Lukas BraunDeutschland verkauft 50.000 Bitcoin für 2,89 Milliarden Dollar – doch war es klug?
Deutschland hat den Verkauf von knapp 50.000 Bitcoin abgeschlossen, die Anfang dieses Jahres von einer Piraterie-Website beschlagnahmt worden waren. Die Bundesregierung stieß ihren gesamten Bestand innerhalb von nur 23 Tagen ab und erzielte dabei einen Erlös von rund 2,89 Milliarden US-Dollar. Währenddessen verfolgten andere Länder wie El Salvador und Bhutan einen gegensätzlichen Ansatz, indem sie ihre Bitcoin-Reserven hielten.
Die Bitcoin stammten aus einer Beschlagnahmung durch sächsische Behörden im Januar 2024. Die Coins waren den Betreibern von Movie2K, einer inzwischen eingestellten Piraterie-Plattform, abgenommen worden. In den folgenden Monaten verlegte die Regierung die Vermögenswerte über große Börsen wie Kraken, Bitstamp, Coinbase, Cumberland und Flow Traders.
Der Verkauf erfolgte zwischen dem 19. Juni und dem 12. Juli 2024. Deutschland verkaufte 49.858 BTC zu einem Durchschnittspreis von 57.900 US-Dollar pro Coin. Damals stieß die Entscheidung auf Kritik, insbesondere als Bitcoin später auf seinen Höchststand im Jahr 2025 kletterte. Mittlerweile hat sich die Preisdifferenz jedoch auf weniger als 7 % verringert.
Während sich Deutschland aus dem Markt zurückzog, trafen andere Regierungen unterschiedliche Entscheidungen. El Salvador und Bhutan bauten ihre Bitcoin-Bestände 2024 weiter aus und verzichteten auf Verkäufe. Die USA begannen hingegen, Teile ihrer eigenen Reserven zu veräußern. China und Großbritannien hingegen kauften oder verkauften im vergangenen Jahr keine Bitcoin.
Der jüngste Marktdruck hat die Volatilität zusätzlich verstärkt. Bitcoin-Spot-ETFs verzeichneten über 13 aufeinanderfolgende Tage hinweg Abflüsse in Höhe von 4,33 Milliarden US-Dollar. Da Bitcoin derzeit bei etwa 62.000 US-Dollar gehandelt wird, würde ein Rückgang um 6 % die Kurse unter den durchschnittlichen Verkaufswert Deutschlands drücken.
Der schnelle Bitcoin-Verkauf Deutschlands brachte zwar 2,89 Milliarden US-Dollar ein, doch die Marktreaktion fällt gemischt aus. Der aktuelle Kurs liegt nur noch 7 % über dem Ausstiegskurs der Regierung, was frühere Bedenken hinsichtlich entgangener Gewinne relativiert. Die unterschiedlichen Strategien anderer Nationen unterstreichen die anhaltende Unsicherheit, die Bitcoin als Anlageklasse weiterhin umgibt.






