Deutschland setzt auf 2.000 neue Windräder – selbst in windschwachen Regionen
Lukas BraunDeutschland setzt auf 2.000 neue Windräder – selbst in windschwachen Regionen
Deutschland treibt den Ausbau der Windkraft auch in seinen windschwächsten Regionen voran. Umweltminister Carsten Schneider hat Pläne vorgestellt, bis 2030 rund 2.000 neue Windräder zu errichten. Damit soll die Energieerzeugung im Land ausgeglichener verteilt werden – bisher hinken die südlichen Bundesländer den windreichen Norden deutlich hinterher.
Im Süden Deutschlands kommt der Ausbau der Windenergie nur langsam voran. Bayern etwa verzeichnet im Schnitt nur einen "Gütefaktor" von 55 Prozent für die Windbedingungen, wobei 76 Prozent der Anlagen in windschwachen Gebieten stehen. Diese Turbinen sind stark auf Subventionen angewiesen, um wirtschaftlich betrieben werden zu können.
Die Bundesregierung will im Rahmen ihres jüngsten Förderprogramms zusätzliche 12 Gigawatt Windkraftleistung ausschreiben. Nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) strebt Deutschland an, bis 2030 80 Prozent seines Stroms aus erneuerbaren Quellen zu gewinnen und bis 2045 vollständig klimaneutral zu werden. Um dies zu erreichen, sieht das EEG zusätzliche Fördermittel für windschwache Regionen vor, um deren natürliche Nachteile auszugleichen.
Trotz dieser Maßnahmen bleiben die hohen Kosten eine Herausforderung. Windstrom aus Süddeutschland ist teurer, was die Wettbewerbsfähigkeit der heimischen Industrie gefährdet. Deutschland hat bereits die höchsten Strompreise Europas – energieintensive Unternehmen zahlten 2024 im Schnitt 10,5 Cent pro Kilowattstunde.
Schneider setzt weiterhin auf das Referenzertragsmodell. Dieses System gleicht Betreibern in windschwachen Gebieten die geringeren Erträge aus und soll so Investitionen auch unter weniger günstigen Bedingungen attraktiv halten.
Der Ausbau der Windkraft in Süddeutschland wird weiterhin von Subventionen und politischer Unterstützung abhängen. Gelingt das Vorhaben, könnten die 2.000 neuen Anlagen helfen, die nationalen Klimaziele zu erreichen. Die höheren Kosten dürften den Druck auf die Industrie-Strompreise jedoch in den kommenden Jahren aufrechterhalten.






