03 March 2026, 05:57

Deutschland pumpt 100 Millionen Euro in Notfall-Gasreserven – doch die Krise bleibt

Eine alte deutsche Banknote von 1923 mit der Aufschrift "Einhundert Millionen Mark".

Gaslager: 60 Millionen Euro Puffer für das Gas-System - Deutschland pumpt 100 Millionen Euro in Notfall-Gasreserven – doch die Krise bleibt

Deutschland hat dringende Maßnahmen ergriffen, um seine Gasreserven aufzustocken, nachdem die Speicherstände unter kritische Schwellen gefallen sind. Da die Bestände bundesweit auf unter 20 Prozent gesunken sind, hat der Staat über 100 Millionen Euro für Notfallmaßnahmen ausgegeben, um zusätzliche Lieferungen zu sichern. Dieser Schritt erfolgt, nachdem die Speicher in Bayern im Februar auf nur noch 18 Prozent abgefallen waren – deutlich unter dem nationalen Durchschnitt von 22,4 Prozent.

Mitte Februar startete die Trading Hub Europe (THE) eine Sonderausschreibung, um Regelenergie für die zweite Februarhälfte und den Märzanfang zu beschaffen. Die Beschaffung umfasste 21.300 Megawatt für Ende Februar und 15.000 Megawatt für die erste Märzhälfte. Diese Reserven sollen die Versorgung stabilisieren, insbesondere in Bayern, wo die Speicherstände bedrohlich niedrig sind.

Die Kosten für die Reservierung dieser zusätzlichen Energie belaufen sich auf rund 60 Millionen Euro. Zwar ist diese Summe beträchtlich, sie bleibt jedoch unter den Prognosen einiger Branchenexperten, die mit Ausgaben im dreistelligen Millionenbereich gerechnet hatten. Falls die Reserven tatsächlich genutzt werden, muss die THE zudem die üblichen Marktpreise auf die Reservierungsgebühren aufschlagen.

Die Bundesregierung hat ihre Strategie in den letzten Monaten angepasst und setzt nun auf den günstigeren Kauf von Spotmarkt-Gas – insbesondere verflüssigtem Erdgas (LNG) – statt auf teure Sommervorräte. Dieses Vorgehen soll den Druck auf die niedrigen Bestände mindern, ohne sich langfristig an teure Verträge zu binden. Der Zuschlagspreis in der aktuellen Ausschreibung lag höher als bei der früheren Langfristoptionen-Auktion der THE, was die Dringlichkeit der Lage unterstreicht.

Ein Teil der Kosten wird auf die Verbraucher umgelegt – über einen Sonderaufschlag auf die Gasrechnungen. Die Maßnahme ist Teil umfassender Wintervorbereitungen, für die mittlerweile mehr als 100 Millionen Euro ausgegeben wurden.

Die Notfallbeschaffung sichert zwar die kurzfristige Stabilität, macht aber auch die Belastung der deutschen Gasreserven deutlich. Da die Speicherstände weiterhin kritisch niedrig sind, könnten weitere Schritte nötig werden, falls der Verbrauch steigt oder die Lieferungen knapper werden. Die finanzielle Last wird letztlich zwischen dem Markt und den Endverbrauchern über angepasste Preise geteilt.

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