23 May 2026, 20:14

Deutsche Luftfahrt in der Krise: Hohe Spritpreise und schwache Passagierzahlen belasten Airlines

Dreifacher Schlag trifft die Luftfahrtindustrie

Deutsche Luftfahrt in der Krise: Hohe Spritpreise und schwache Passagierzahlen belasten Airlines

Deutsche Luftfahrt steht unter wachsendem Druck: Spritpreise explodieren, Passagierzahlen bleiben hinter Vorkrisenniveau zurück

Die deutsche Luftfahrtbranche kämpft mit steigendem Druck, da die Kerosinkosten in die Höhe schnellen und die Passagierzahlen weiterhin unter den Werten von vor der Pandemie liegen. Die Bundesregierung hat nun eine teilweise Rücknahme einer kürzlichen Steuererhöhung angekündigt, um die finanzielle Belastung für Airlines und Reisende zu verringern. Gleichzeitig warnen Branchenvertreter vor Arbeitsplatzverlusten und betrieblichen Herausforderungen in der gesamten Luftfahrt.

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Die Preise für Flugtreibstoff sind seit Ende 2023 dramatisch angestiegen und haben sich innerhalb von nur sechs Monaten mehr als verdoppelt. Dieser starke Anstieg macht mittlerweile 20 bis 30 Prozent der Betriebskosten der Airlines aus und zwingt Fluggesellschaften wie die Lufthansa, sich auf zusätzliche Treibstoffausgaben in Höhe von 1,7 Milliarden Euro einzustellen. Die Lage verschärft sich zudem, weil der Passagierverkehr noch nicht wieder das Vorkrisenniveau erreicht hat: 2025 nutzten 219,8 Millionen Reisende deutsche Flughäfen – das sind immer noch 12,4 Prozent weniger als im Rekordjahr 2019.

Im Mai 2024 hatte die Regierung die Luftverkehrsteuer (LuftVSt) um 19,4 Prozent erhöht, was die finanzielle Belastung weiter verschärfte. Nun soll eine Steuerreform einen Teil dieses Anstiegs rückgängig machen und die Sätze um 16,1 Prozent senken. Dieser Schritt folgt Forderungen der AfD, die eine vollständige Abschaffung der Steuer bis zum 1. Dezember 2024 fordert. Branchenexperten schätzen, dass aufgrund der kombinierten Effekte aus hohen Kosten und nachlassender Nachfrage etwa 10.000 Arbeitsplätze in der Luftfahrt gefährdet sind.

Vor diesem Hintergrund wird Friedrich Merz – selbst im Besitz einer Privatpilotenlizenz – im Juni auf der Berliner Luftfahrtschau (ILA) die Nationale Luftfahrtstrategie Deutschlands vorstellen. Das Konzept zielt darauf ab, langfristige Herausforderungen des Sektors anzugehen, doch Details werden bisher unter Verschluss gehalten. Die Krise hat bereits erste Opfer gefordert: Die Fluggesellschaft Spirit Airlines stellte am 2. Mai 2023 nach 62 Jahren Betrieb den Flugdienst ein.

Die Steuerentlastung der Regierung bringt zwar etwas Erleichterung, doch die Airlines müssen weiterhin mit Rekordtreibstoffpreisen und einer zögerlichen Erholung kämpfen. Angesichts drohender Stellenstreichungen und Passagierzahlen, die noch immer unter den Vorkrisenwerten liegen, hängt die Zukunft der Branche sowohl von politischen Weichenstellungen als auch von der Marktentwicklung ab. Die anstehende Nationale Luftfahrtstrategie könnte weitere Klarheit darüber geben, wie Deutschland langfristig mit diesen Herausforderungen umgeht.

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