Dekolonisierung im Schulunterricht: Britisches Forschungsprojekt startet mit 247.000 Pfund Förderung
Clara FrankeDekolonisierung im Schulunterricht: Britisches Forschungsprojekt startet mit 247.000 Pfund Förderung
Ein neues zweijähriges Forschungsprojekt in Großbritannien untersucht, wie der Unterricht in den MINT-Fächern sowie in Geografie an weiterführenden Schulen „dekolonialisiert“ werden kann. Das Vorhaben wird vom Economic and Social Research Council (ESRC) mit 247.268 Pfund gefördert und soll bundesweit flächendeckend umgesetzt werden.
Kritiker warnen jedoch, dass solche Ansätze das Lernen verfälschen und akademische Standards gefährden könnten. Das Projekt konzentriert sich darauf, wie Themen wie ‚wissenschaftlicher und ökologischer Rassismus‘ im Unterricht behandelt werden. Dazu werden Lehrkräfte aus den MINT-Fächern und der Geografie befragt, die bereits Erfahrung mit ‚dekolonialer und antirassistischer Arbeit‘ haben. Ihre Erkenntnisse sollen in neue Leitlinien für den Schulunterricht einfließen.
Die Förderung durch den ESRC, der über ein Jahresbudget von 123 Millionen Pfund verfügt, basiert auf dem wissenschaftlichen Wert der Studie. Die übergeordnete Organisation UK Research and Innovation (UKRI) vergibt jährlich rund 8 Milliarden Pfund aus Steuergeldern für Forschungsvorhaben.
Ziel des Projekts ist die Entwicklung eines Rahmenkonzepts, das Lehrkräften helfen soll, ihre Fächer aus einer dekolonialen Perspektive zu unterrichten. Ob und wie diese Ansätze langfristig in den Lehrplänen verankert werden, bleibt jedoch noch offen. Während das Projekt auf eine breite Umsetzung in britischen Schulen abzielt, bleibt die Debatte über mögliche Auswirkungen auf die Lehrqualität kontrovers. Befürworter sehen darin einen wichtigen Schritt zur Überwindung historischer Ungerechtigkeiten, während Gegner eine Schwächung der akademischen Standards befürchten.
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