13 June 2026, 14:11

David Hockney: Vom Yorkshire-Jungen zum unangepassten Kunstgenie

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David Hockney: Vom Yorkshire-Jungen zum unangepassten Kunstgenie

David Hockney, in bescheidenen Verhältnissen in Yorkshire geboren, stieg zu einem der gefeiertsten Künstler seiner Zeit auf. Sein Werk – oft verspielt und grenzenüberschreitend – bewegte sich mühelos zwischen Genres und Stilen. Trotz seines Ruhms und seiner extravaganten Erscheinung mit platinblonden Haaren, runden Brillengläsern und ungleichen Socken blieb er bodenständig.

Mit 23 schmückte Hockney seinen Arbeitsraum mit Bildern aus amerikanischen Bodybuilding-Magazinen – ein erster Hinweis auf seine lebenslange Faszination für die menschliche Form. Schon mit 33 wurde ihm eine erste Retrospektive gewidmet, ein Beweis für seinen rasanten Aufstieg in der Kunstwelt. Sein berühmtestes Gemälde, A Bigger Splash, zeigte ein idealisiertes Bungalow mit Sprungbrett, in Acryl gemalt. Es wirkte wie eine Postkarte aus dem Swinging London, einer Szene, die er als Tummelplatz der Privilegierten abtat.

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Umgeben von einem schwulen Freundeskreis, in dem Models oft zugleich Assistenten waren und umgekehrt, suchte Hockney stets neue Herausforderungen. Er experimentierte mit handgeschöpftem Papier, Polaroid-Fotografie und Techniken wie der Fragmentierung, etwa in Werken wie A Closer Grand Canyon. Seine Neugier ging über die bildende Kunst hinaus – einmal behauptete er, in den Initialen Walt Whitmans eine numerische Chiffre entdeckt zu haben.

Von der Pazifikküste aus betrachtete er die europäischen Kunsttraditionen mit distanzierter Ironie. Seine malerische Brillanz ermöglichte es ihm, die etablierte Kunstwelt zugleich zu verspotten und zu verzaubern – eine Dualität, die seine Karriere prägte. Anfangs sein eigener PR-Mann, wurde er später zum Aushängeschild künstlerischer Unbekümmertheit und spielte diese Rolle mit typisch britischem Witz aus.

Hockneys Kunst wirkte oft wie ein Spiel, hinterließ aber unauslöschliche Spuren in der modernen Kultur. Er starb mit 88 Jahren in London. Sein Erbe lebt weiter in Werken, die Konventionen herausforderten und das Publikum weltweit in ihren Bann zogen.

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