Darmstadt wagt Minderheitsregierung ohne AfD – doch hält sie?
Darmstadt hat am 15. März 2026 einen neuen Stadtrat gewählt. Seitdem haben SPD, CDU, Uffbasse und FDP eine Koalition gebildet und jede Zusammenarbeit mit der rechtsextremen AfD ausdrücklich ausgeschlossen.
Die vier Parteien verfügen derzeit über 30 Sitze im Stadtrat – sechs weniger als für eine absolute Mehrheit nötig. Dennoch streben sie eine Minderheitsregierung an, die auf gegenseitigem Vertrauen basiert.
Die Grünen begrüßen die klare Absage der neuen Gruppe an die AfD. Gleichzeitig äußern sie jedoch Zweifel an deren Fähigkeit, stabile Unterstützung zu sichern. Die Grünen selbst haben drei alternative Koalitionsmodelle vorgeschlagen, die jeweils eine tragfähige Mehrheit ermöglichen würden.
Der Politikwissenschaftler Christian Stecker hält das Modell einer Minderheitsregierung für machbar. Bisher gibt es weder ein festes Programm noch eine formelle Koalitionsvereinbarung.
Ungewiss bleibt, ob die Koalition im Einzelfall genug Stimmen mobilisieren kann. Ihr Erfolg hängt davon ab, bei einzelnen Abstimmungen Unterstützung von anderen Stadträten zu gewinnen. Die Gruppe betont jedoch, unter keinen Umständen mit der AfD zusammenarbeiten zu wollen.
