DAK-Chef Storm fordert Stopp der geplanten Pflegereform und Neuausrichtung
Tim SimonDAK-Chef Storm fordert Stopp der geplanten Pflegereform und Neuausrichtung
Andreas Storm, Chef der DAK-Gesundheit, hat die Bundesregierung aufgefordert, die geplante Pflegereform zu verschieben. Seiner Ansicht nach bedarf der aktuelle Entwurf grundlegender Überarbeitungen, bevor er umgesetzt werden kann. Die Reform sollte eigentlich an diesem Montag im Kabinett beraten werden, doch ihr Zeitplan steht nun infrage.
Storm fordert den vollständigen Rückzug des vorliegenden Entwurfs. Er ist überzeugt, dass dieser von Grund auf neu konzipiert werden muss, um die bestehenden Mängel zu beheben. Zu den geplanten Änderungen gehören Ausgabenobergrenzen und neue Einnahmequellen, um Beitragserhöhungen zu vermeiden.
Der Versicherungsexperte warnt, dass unter den aktuellen Plänen viele Pflegebedürftige auf Sozialhilfe angewiesen sein könnten. Zudem betont er, dass Kürzungen bei der stationären Pflege die Kommunen stärker belasten würden. Eine Senkung der Beiträge für Angehörige, die Pflegeleistungen erbringen, könnte die Rentenversicherung jährlich mit Kosten von bis zu 1,8 Milliarden Euro belasten.
Storm schlägt vor, die Reform in den Sommermonaten grundlegend zu überarbeiten. Sein Vorschlag sieht vor, sie mit der laufenden Rentenreform abzustimmen, um eine bessere Koordinierung zu gewährleisten.
Die Pflegereform stößt auf wachsende Kritik. Die vorgesehenen finanziellen Anpassungen bergen die Gefahr, Kosten lediglich innerhalb des Systems zu verschieben. Ohne Nachbesserungen droht die Reform, ihre eigentlichen Ziele zu verfehlen.
