Chrupalla verteidigt Beschäftigung von Familienmitgliedern in AfD-Büros
Clara FrankeAfD-Vorsitzender Chrupalla beschäftigt Frau eines Parteikollegen - Chrupalla verteidigt Beschäftigung von Familienmitgliedern in AfD-Büros
Tino Chrupalla, Co-Vorsitzender der AfD, hat sich zu Vorwürfen geäußert, wonach er in seinen Wahlkreisbüros Familienangehörige beschäftigt. Medienberichten zufolge gehört die Ehefrau eines AfD-Politikers zu seinem Team. Chrupalla bezeichnete die Personalentscheidung als übliche Praxis und wies mögliche Bedenken zurück.
Die betreffende Mitarbeiterin arbeitet seit 2017 in Chrupallas Bürgerbüros in Weißwasser und Niesky. Zu ihren Aufgaben gehören die Bearbeitung öffentlicher Anfragen sowie die Organisation von Bundestagsbesuchen. Sie teilt sich die Räumlichkeiten mit Robert Kuhnert, ihrem Ehemann, der seit 2019 Abgeordneter im sächsischen Landtag ist.
Kuhnert, seit 2015 AfD-Mitglied, ist mit einer langjährigen Mitarbeiterin aus Chrupallas Team verheiratet. Zwar räumte Chrupalla ein, dass die Beschäftigung von Angehörigen in der Partei mitunter 'unbehaglich' sein könne, doch betonte er, dass es sich in diesem Fall um eine unproblematische Konstellation handle.
Öffentliche Unterlagen geben keine Auskunft darüber, wie viele AfD-Abgeordnete Familienmitglieder in ähnlichen Positionen beschäftigen. Bisher wurden nur Einzelfälle wie der in Chrupallas Büro bekannt.
Die Mitarbeiterin setzt ihre Tätigkeit in seinen Büros fort; Änderungen an der aktuellen Struktur wurden nicht angekündigt. Chrupallas Aussagen deuten darauf hin, dass die Partei keine unmittelbaren Pläne hat, ihre Einstellungspraxis zu überprüfen. Der Fall bleibt einer von mehreren isolierten Vorkommnissen innerhalb der AfD.