Bundeswehr-Projekt Spock drohen Milliarden-Mehrkosten vor dem Start in Litauen
Tim SimonBundeswehr-Projekt Spock drohen Milliarden-Mehrkosten vor dem Start in Litauen
Deutschlands Spock-Radarsatellitensystem für die Bundeswehr droht vor dem Start mit explodierenden Kosten
Noch bevor das System überhaupt in Betrieb geht, überschreitet das Spock-Projekt der Bundeswehr, das die neue Panzerbrigade 45 in Litauen unterstützen soll, bereits sein ursprünglich veranschlagtes Budget. Beamte warnen nun, dass zusätzliche Ausgaben die Gesamtkosten weit über die ersten Schätzungen treiben könnten.
Die Bundeswehr hatte Ende vergangenen Jahres einen Auftrag für das Spock-System an das deutsch-finnische Joint Venture Rheinmetall Iceye Space Solutions (RISS) vergeben. Der anfängliche Vertragswert lag bei rund 1,7 Milliarden Euro. Die Partnerschaft zwischen Rheinmetall und dem finnischen Satellitenunternehmen Iceye wurde speziell für dieses Projekt gegründet – bisherige gemeinsame Vorhaben der beiden Firmen sind nicht dokumentiert.
Ursprünglich war ein Budget von 1,76 Milliarden Euro für Spock vorgesehen. Neue Berechnungen zeigen jedoch, dass die Mehrkosten bis zu 579,5 Millionen Euro betragen könnten. Falls die Bundeswehr weitere Vertragsoptionen aktiviert, könnten die Gesamtausgaben bis 2033 auf über 2,7 Milliarden Euro steigen.
Radarsatelliten wie Spock können unabhängig von Wetter oder Lichtverhältnissen Aufnahmen machen und sind damit für die militärische Aufklärung von entscheidender Bedeutung. Das System soll frühzeitig Bewegungen feindlicher Truppen in Litauen erkennen, wo die Panzerbrigade 45 am 1. Oktober dieses Jahres ihren Dienst aufnimmt.
Das Finanzministerium betont, dass Verzögerungen bei der Bereitstellung der Mittel keine Option seien. Da die Stationierung der Brigade unmittelbar bevorsteht, müssten die zusätzlichen Kosten jetzt gedeckt werden – ein Warten auf den nächsten Haushaltszyklus komme nicht infrage. Der volle Finanzbedarf wurde erst in der finalen Angebotsphase Ende 2025 deutlich.
Die Budgetüberschreitung bei Spock unterstreicht die finanziellen Herausforderungen, die mit der beschleunigten militärischen Aufstellung einhergehen. Da die neue Brigade in Litauen bereits in wenigen Wochen ihre Arbeit aufnehmen soll, muss die Bundeswehr die zusätzlichen Mittel unverzüglich bereitstellen. Die Endkosten könnten bis 2033 auf über 2,7 Milliarden Euro steigen, falls alle geplanten Optionen genutzt werden.






